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Betriebsausgaben bei Einzelunternehmer

Von: Frank Schroeder • Veröffentlicht: 22. Februar 2017

FragenBetriebsausgaben bei Einzelunternehmer

Uhr
Von: Ehemaliger Nutzer
4 Antworten
Hallo zusammen,

ich bin seit kurzem ein Einzelunternehmer (Beratende Tätigkeit, aber kein Freiberufler, sonder Gewerbetreibender).
Was ich nicht verstehe, ist die Trennung zwischen Betrieb und Privat.
Z.B:
meine Umsätze belaufen sich auf 50.000€ im Jahr
zum Leben “mein Gehalt” brauche ich z.B. 30.000 im Jahr

Zählen diese Privatentnahmen (mein Gehalt) zu Betriebsausgaben?
Wie funktioniert es bei der Steuererklärung? Sind diese Kosten als Lohnkosten auszuweisen?

Danke.

Von: Kexel
Uhr
Hallo,

also Sie wollen Arbeitgeber und Arbeitnehmer in Personalunion darstellen.
Na dann versuchen Sie mal sich an beide Seiten des Verhandlungstisches gleichzeitig zu setzen.

Geht nicht?
Richtig – sogenannter Unternehmerlohn ist steuerlich nicht abzugsfähig.
Wäre ja auch unsinnig. Auf der einen Seite Gewinn mindern, auf der anderen Seite den Lohn wieder als Einkünfte hinzurechnen. Summe der Einkünfte unverändert.

Im Falle eines Einzelunternehmens ermittelt sich der zu versteuernde Gewinn aus dem Saldo von Betriebseinnahmen/Umsätze abzüglich Betriebsausgaben. Alles fein säuberlich durch ordnungsgemäße Belege nachgewiesen.

Gruß

Helmut Kexel, Vereidigter Buchprüfer/Steuerberater
www.steuernplusberatung.de

Von: Ehemaliger Nutzer
Uhr
Danke für die Antwort.

“…. unsinnig. Auf der einen Seite Gewinn mindern, auf der anderen Seite den Lohn wieder als Einkünfte hinzurechnen. Summe der Einkünfte unverändert”

so ganz unsinnig ist es nicht. Bei mindern des Gewinns, mindert sich auch, oder verschwindet ganz die Gewerbesteuer.

Von: TorstenMo
Uhr
Moment, bitte versuchen sie an einem satz nicht das gesammte deutsche steuerrecht zu erklären oder auf den kopf zu stellen.

fakt ist und das lernt jeder bwl student im grundstudium:

gewerbetreibende oder freiberufler erzielen gewinneinkünfte, ein arbeitnemer überschusseinkünfte.
der gewinn ermittelt sich aus den betriebseinnahmen abzüglich der betriebsausgaben.
auch fakt ist, das entnehmen oder umbuchen von geld vom geschäftskonto ist keine betriebsausgabe. ebensowenig wie das abheben von geld vom privatkonto als werbungskosten deklariert wird.

wie stb kexel schon schrieb, werden bei ihrer these einkünfte nur verschoben, keine neuen generiert oder verringert. da nun alle den bürokratieabbau verlangen und auf dem komplizierten steuerrech und den verfahrensweisen rumhacken, liegt es doch nah es nicht freiwillig komplizierter zu achen als es vieleicht schon ist.

als merksätze stelle ich einfach mal hier fest:

Quote:
Selbständige beziehen kein Gehalt oder Lohn, sie versteuern nur ihren gewinn.
Quote:
Entnahmen von Geld vom Geschäftskonto oder die Entnahme von Bargeld aus der Geschäftskasse sind keine Betriebsausgaben und mindern daher nicht den Gewinn des Unternehmens.

Sonst müssten sie ja im Umkehrschluss auch in wirtschaftlich schlechten Zeiten des Unternehmens die Privateinnahmen als Betriebseinnahmen und damit als Gewinn versteuern und das währe ja nun wirklich ungerecht, denn das Unternehmen hat das Geld ja gar nciht verdient und erwirtschaftet müsste es aber versteuern.

Ein gutes altes Sprichwort sagt: “Bier ist Bier und Schnaps ist Schnaps” Das gilt auch für das Steuerrecht. Private Ausgaben nach § 12 EStG haben in der Steuererklärung nichts verloren und man kann froh sein, dass nicht steuerbare oder steuerfreie Einnahmen nciht versteuert werden müssen.

Von: Kexel
Uhr
Hallo at-17,

da – bei einem Gewerbesteuer-Hebesatz bis rund 400 % – die Gewerbesteuer in voller Höhe auf die Einkommensteuer angerechnet wird, verschwindet die Gewerbesteuer sowieso – damit bleibt es – abgesehen davon, dass es gesetzlich nicht zulässig ist – “unsinnig”.

Gruß

Helmut Kexel, Vereidigter Buchprüfer/Steuerberater

www.steuernplusberatung.de

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