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Fahrten mit öVM, Einzel und Monatsmarken + Privatauto

Von: Frank Schroeder • Veröffentlicht: 22. Februar 2017

FragenFahrten mit öVM, Einzel und Monatsmarken + Privatauto

Uhr
Von: medius
8 Antworten
Hallo,

ich bin als Freiberufler tätig und fahre regelmäßig zur Arbeitsstätte einer meiner Kunden.

Inwieweit kann man Einzelfahrtkarten als Reisekosten absetzen wenn auf den Fahrtkarten kein Jahr steht. Zumindest kann ich kein Jahr finden. Es steht Tag und Monat + Uhrzeit.

Des weiteren sind Monatsmarken vorhanden (natürlich nicht für den gleichen Zeitraum). Außerdem fahre ich sehr oft auch mit meinem privaten Auto.

Kann man “einfach so” diese “verschiedenen Möglichkeiten der Fortbewegung” so zu sagen vermischen und als Reisekosten absetzen?

Normalerweise darf man nur die eine Richtung zur Arbeitsstätte nehmen. Heißt das dann wenn die Monatsmarke z.B. 10 EUR kostet man dann nur 5 EUR abzüglich private Nutzung nehmen darf? Oder ist das nur für Arbeitnehmer?

Wie belege ich die Fahrten mit meinem privaten Auto?

Vielen Dank im Voraus!

Von: medius
Uhr
Ich habe gerade das hier gefunden:

Von: medius
Uhr
Ich habe vergessen an zu geben, dass Privatnutzung des Autos deutlich über 50% ist.

Von: Kexel
Uhr
Hallo,

ein Grundsatz der immer beachtet werden sollte:
“Wenn du Apfelmus selbst machen möchtest, nutzt es wenig, wenn du Birnen käufst.”

Also, es gibt das Einkommensteuerrecht und das Umsatzsteuerrecht.
Die Antworten fallen hierzu unterschiedlich aus.

Einkommensteuerrechtlich stellen Ihre Fahrten zum Kunde und zurück unbegrenzt abzugsfähige Reisekosten dar, also Hin- und Rückfahrt.
Wie und mit welchem Verkehrsmittel Sie diese vornehmen bleibt Ihnen überlassen. Steuerlich abzugsfähig sind die tatsächlich angefallenen Kosten.

Bei der Nutzung eines Privat-PKWs 0,30 EUR pro gefahrenem Kilometer.
Bei öffentlichen Verkehrsmittel die Kosten laut Fahrkarte; ggf. Monat und/oder Jahr handschriftlich darauf vermerken. Werden Dauerkarten auch für Privatfahrten genutzt, sind die Kosten nur anteilig abzugsfähig. Wird zum Beispiel im Laufe eines Monats geschätzt 50 % betrieblich und 50 % privat mit dem Bus gefahren, dann sind nur 50 % der Kosten der Monatskarte abzugsfähig. Glaubhafte, gewissenhafte Schätzungen des betrieblichen Anteils genügen in der Regel; bei hohen Kosten Reisekostenaufzeichnung fertigen.

Das mit “den vollständigen Namen und die vollständige Anschrift des Unternehmers” betrifft das Umsatzsteuerrecht. Sollten Ihre Umsätze der Umsatzsteuer unterliegen, so sind hier zusätzliche Besonderheiten für den Vorsteuerabzug zu beachten.

Von: medius
Uhr
Meine Umsätze unterliegen der Umsatzsteuer.

Umsatzsteuerrechtlich kann ich also die Tickets nicht zum Vorsteuerabzug nutzen, weil zumindest keine Adresse darauf steht. Richtig?

Was ich immer noch nicht richtig verstehe – wenn man die “einfachere” 0,30 Cent Regelung nimmt – wie belegt man bei Nachfrage die Grundlage? Oder schaut der Finanzamt-Beamte einfach auf der Karte ob die Entfernung stimmt? 🙂

Ich bin nach Ihrem Beitrag doch ein wenig verwirrt.

Diese Reisekosten sind doch als Betriebsausgaben – also mit Auswirkung auf dem Saldo Einnahmen/Ausgaben zu erfassen. Im Endeffekt wirken sie sich auf somit auf dem Gewinn aus, aber an erster Stelle ist das EÜR – also Buchhaltung und Einkommensteuer kommt erst später oder wo stehe ich auf dem Schlauch?

Von: Kexel
Uhr

Quote:
Umsatzsteuerrechtlich kann ich also die Tickets nicht zum Vorsteuerabzug nutzen, weil zumindest keine Adresse darauf steht. Richtig?

Falsch, schauen Sie bitte mal im http://www.steuerlinks.de/verordnung/ustdv/par34.html nach.
Und zur Ergänzung folgen Sie dort dem Link zum http://www.steuerlinks.de/gesetz/ustg/par12.html#abs-2.

Fahren Sie mit eigenem privaten PKW und setzen pauschal 30 Cent pro gefahrenem Kilometer an, dann erfolgt dies im Rahmen einer Reisekostenabrechnung (mit Angabe für jede einzelne Reise unter anderem des Abfahrt- und Zielorts, des Grunds der Reise sowie der besuchten Kunden/Lieferanten/etc.). Das Finanzamt kontrolliert im Zweifel die Kilometer stichprobenartig anhand eines Routenplaners.

Quote:
aber an erster Stelle ist das EÜR – also Buchhaltung und Einkommensteuer kommt erst später oder wo stehe ich auf dem Schlauch?

Die EÜR gehört zur Einkommensteuer, http://www.gesetze-im-internet.de/estg/__4.html.
Sie ist eine Teilberechnung zur Ermittlung der Einkommensteuer.
Reisekosten sind Betriebsausgaben, die dementsprechend in der EÜR zu erfassen sind.

Von: medius
Uhr
Quote:
mit Angabe für jede einzelne Reise unter anderem des Abfahrt- und Zielorts, des Grunds der Reise sowie der besuchten Kunden/Lieferanten/etc.

Ist das nicht ein Fahrtenbuch? Ich dachte diese 30 Cent Regelung dient der Vereinfachung und somit das sehr aufwendige Führen eines Fahrtenbuches erübrigt.

Falls die Fahrten mit dem Auto mehrheitlich (90%) für einen Kunden und immer die gleiche Strecke sind ist so eine Aufzeichnung wegen des genauen Datums notwendig oder kann hier auch eine glaubhafte, gewissenhafte Schätzung ausreichend sein. Diese Kosten halten sich auch in Grenzen – also überhaupt nicht hoch und unglaubwürdig.

Von: Kexel
Uhr

Jein, die 30 Cent dienen insoweit der Vereinfachung, als Sie die tatsächlichen Kosten Ihres Fahrzeugs pro Kilometer nicht nachweisen brauchen.

Aber wieso Sie wohin wieviel Kilometer gefahren sind, das ist selbstverständlich aufzuzeichnen, und zwar in einer Reisekostenabrechnung (ähnlich einem Fahrtenbuch, aber eben kein Fahrtenbuch, ene Komibnation aus Reisekostenabrechnung und Fahrtenbuch ist allerdings auch möglich. Kilometerstandsangaben sind in einer Reisekostenabrechnung nicht zwingend, nur gefahrene Kilometer).

Woher wollen Sie denn sonst am Jahresande wissen, wieviel Kilometer Sie betrieblich gefahren sind?

Von: Kexel
Uhr

medius wrote:
Falls die Fahrten mit dem Auto mehrheitlich (90%) für einen Kunden und immer die gleiche Strecke sind ist so eine Aufzeichnung wegen des genauen Datums notwendig oder kann hier auch eine glaubhafte, gewissenhafte Schätzung ausreichend sein.

Ja, dies kann ausreichen.