≡ Menu
Fragen »

Fahrtenbuch sehr aufwendig, wechsel der Methode und was ist mit Vorsteuerabzug vom Auto

Von: Frank Schroeder • Veröffentlicht: 22. Februar 2017

FragenFahrtenbuch sehr aufwendig, wechsel der Methode und was ist mit Vorsteuerabzug vom Auto

Uhr
Von: Gastro
7 Antworten
Ich führe Fahrtenbuch, das Auto wurde mit Vorsteuerabzug gebraucht gekauft und befindet sich seit 2009 im Betriebsvermögen der Firma. Nun ist das Führen eines Fahrtenbuchs sehr zeitaufwendig, obwohl es doch Geld spart. Außerdem ist es risikoreich, da immer die Gefahr besteht, bei einer Betriebsprüfung verworfen zu werden.

Nun hab ich schon gelesen, das man https://www.betriebsausgabe.de/forum/topic-575.html kann. Die 1% Methode würde bei mir aber am Jahresende zu +/- Null führen, daher halte ich diese auch für unsinnig.

Besteht nun die Möglichkeit, das fahrzeug wieder ins Privatvermögen zurückzuführen oder habe ich dann wieder Probleme mit dem Vorsteuerabzug. Muss ich den dann anteilig zurückzahlen? Wie verhält sich das?

Danke für Ihre/Eure hilfreichen Antworten.
Schönes Wochenende
wünscht gastronome

Von: Kexel
Uhr
Hallo,

die Überführung des PKW ins Privatvermögen setzt voraus, dass dieser zu mehr als 50 % Privat genutzt wird. Im Übrigen würde dies eine umsatzsteuerpflichtige Entnahme darstellen.

Also, wenn weiterhin Betriebsausgaben gewünscht werden, wird in Ihrem Fall vermutlich ein Fahrtenbuch weiterhin die sinnvollste Lösung sein.

Von: Gastro
Uhr
Danke Kexel,

Ich fasse nochmal für mich zusammen:

1. Variante: Das auto wird zu mehr als 50 % privat genutzt
Das kann ich ja an den Fahrtenbüchern der Vergangenheit ablesen.
Dann könnte ich das Fahrzeug umsatzsteuerpflichtig zum aktuellen Tageswert (den würde ich über Marktplätze wie mobile.de selbst ermitteln oder mir vom Autohaus ein Gutachten zum Ankauf des Fahrzeugs erstellen lassen) entnehmen. Anschließend könnte ich mit der Reisekostenabrechnung meine dienstlich gefahrenen Kilometer mit 0,30 € für jeden gefahrenen Kilometer abrechnen. Vorteil: es muss kein Fahrtenbuch regelmäßig geführt werden. Nachteil: man muss trotzdem Dokumente erstellen (Reisekostenabrechnungen) und man hat keinen Vorsteuerabzug mehr.

2. Variante: das Auto bleibt mit der 1%-Prozent Methode im Betriebsvermögen
aufgrund der Kostendeckelung entstehen hier am Jahresende keine Betriebsausgaben für das Fahrzeug, obwohl ich betriebliche Fahrten hatte. Ich habe also in diesem Fall etwas Zeit verschwendet, jedoch keinen Nutzen in Form von Betriebsausgaben oder Vorsteuerabzug von den Betriebskosten. Das würde ich dann betriebswirtschaftlichen Unsinn nennen.

3. Variante: das Auto bleibt mit der Fahrtenbuchmethode im Betriebsvermögen
es läuft also so wie bisher, ich habe sehr viel Arbeit und am Jahresende einen bestimmten Anteil an Vorsteuer sowie Betriebsausgaben zu verzeichnen.

Abschließen kann ich da nur sagen: wer die Wahl, hat hat die Qual. da wird es sicher Zeit, eine Vergleichsrechnung mit Excel anzustrengen, um die wirklichen Vorteile oder Nachteile rein rechnerisch zu ermitteln.

Wenn Sie meinen obigen Varianten und Ausführungen zustimmen können, bin ich auf Ihre Feedback gespannt, wofür ich mich jetzt schon bedanke.

Von: Kexel
Uhr

1. Korrekt.

2. Korrekt, die 1%-Regelung ist allerdings nur zulässig, wenn das Fahrzeug mindestens 50 % betrieblich genutzt wird.

3. Korrekt.

Abschließend: Korrekt.

Bitte.

Von: Ehemaliger Nutzer
Uhr
Ich würde vorschlagen ein elektronisches Fahrtenbuch zu bestellen. Eins dass mit den Regelungen des Finanzamtes mit überein stimmt. Es ist wichtig, dass es auch Revisionssicher ist, weil die Finanzämter es dann eher anerkennen. Das einzige elektronische Fahrtenbuch das Revisionssicher ist, ist das von ENAiKOON. Ich habe das Link dazu auch hinzugefügt, Falls Sie es sich anschauen wollen.

http://www.elektronisches-fahrtenbuch-online.de/

Viel Erfolg dabei!

Von: TorstenMo
Uhr
interessant, kostet das dann monatlich oder einmalig Geld? http://www.elektronisches-fahrtenbuch-online.de/preise.html

da könnte man direkt im Magazin einen Artikel verfassen. Allerdings müssten Sie mir da helfen. Ich kenne ja das Produkt nicht, wenn Sie Interesse haben, melden Sie sich bei mir per E-Mail.

@Kexel:
was halten Sie davon? Haben Sie so etwas schon mal ausprobiert oder ein negatives Urteil von der Finanzverwaltung bekommen?

Von: Kexel
Uhr
Torsten wrote:
@Kexel:
was halten Sie davon? Haben Sie so etwas schon mal ausprobiert oder ein negatives Urteil von der Finanzverwaltung bekommen?

Das beschriebene elektronische Fahrtenbuch macht von der Internetdarstellung her einen guten Eindruck, ich kenne es allerdings nicht im Praxistest. Wird zum Beispiel die genaue Fahrtroute erfasst? Insbesondere Umwegstrecken? Gerade auf Umwegstrecken bzw. mehr gefahrene Kilometer als der Internet-Routenplaner, achten die Prüfer des Finanzamts.

Die wenigen bekannten im Klientel bisher eingesetzten elektronischen Fahrtenbücher anderer Anbieter sind weniger an den technischen Voraussetzungen, denn an unzureichender oder falscher Bedienung gescheitert. Der Fehler hat also vor dem Gerät gesessen.

So gab es eine Variante, bei der zu Beginn jeder Fahrt eine Taste zu drücken war, mit der man angegeben hat, ob es sich um eine Privat- oder Betriebsfahrt handelt. Bei sehr vielen Einzelfahrten an einem Tag vergisst man sehr oft überhaupt eine Tast zu drücken. Konsequenz – keine Taste gedrückt = Privatfahrt.

Des Weiteren fehlten oft die vollständigen Angaben zu den aufgesuchten Kunden/Lieferanten etc. und den dazugehörigen Zweck.

Denn diese Arbeit wird einem auch bei dem hier angegebenen System nicht abgenommen. Sie wird ggf. durch Hinterlegung von wiederkehrenden Adressen nur vereinfacht. Wenn ich allerdings auf ein und dem selben Parkplatz parke um zum Zahnarzt oder zum Steuerberater zu gehen, dann sind immer noch genauere Adressangaben und vor allem Angaben zum Zweck erforderlich. Zum Beispiel kann ich zum Steuerberater aus privaten Gründen oder auch aus beruflichhen Gründen gehen.

Also – wie bei allen Investitionen – genauer ansehen welche Arbeit und Zeit man sich durch den Einsatz erleichtern oder sogar ersparen kann.

Ich werde den Link zu diesem System aber sehr wahrscheinlich bei Bedarf – bewertungsfrei – an Mandanten weitergeben.

Von: TorstenMo
Uhr
Danke für die schnelle Antwort.