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falsche Zuordnung 2011, was jetzt tun?

Von: Frank Schroeder • Veröffentlicht: 22. Februar 2017

Fragenfalsche Zuordnung 2011, was jetzt tun?

Uhr
Von: morbid
3 Antworten
Hallo
Für meine Steuererklärung 2011, welche schon längst abgeschickt und bearbeitet ist, ist mir jetzt ein Fehler aufgefallen. Ich hatte dort als Einnahme in der EÜR eine Rechnung angegeben, deren Leistung zwar im Dez 2011 stattfand, die Bezahlung per Überweisung aber erst am 9.1.2012 auf mein Konto einging.
Ich dachte fälschlicherweise es handelt sich um die 10 Tage Regel, jetzt weiss ich aber, dass es keine regelmäßig wiederkehrende Einnahme war und ich somit eine Zuordnung der Rechnung ins falsche Jahr gemacht habe.

Was ratet ihr mir jetzt in Bezug auf meine Steuererklärung 2012 zu tun? Die Rechnung einfach nochmal (diesmal richtigerweise angeben), das würde meine Einname dann aber doppelt besteuern?
P.S. Meine Gesamteinkünfte aus selbständiger Tätigkeit betrugen 2011 unter 6000€, mein Gesamtbetrag der Einkünfte unter 14.000€.

Vielen Dank für eure Hilfe.

Von: Kexel
Uhr
Hallo,

in Ihrem Fall sollten Sie bei Ihrer bisherigen Rechtsauffassung bleiben, dass es sich bei der Leistung/Einnahme um eine solche handelt, die unter die 10-Tage-Regelung fällt, also in 2011 und nicht in 2012 zu versteuern ist.
Die Trennung zwischen der Anwendung und Nichtanwendung der 10-Tage-Regelung ist nämlich in Grenzbereichen nur sehr schwer vorzunehmen.

Von: morbid
Uhr
sehr herzlichen Dank für ihre Antwort

Nur bin ich dennoch etwas verunsichert. Warum denken Sie, dass es sich bei mir um einen Grenzbereich handelt?
Ich glaube es handelte sich bei meiner Rechnung um eine einmalige nicht regelmäßig wiederkehrende Grafikleistung und müsste dadurch eindeutig dem Jahr 2012 zugeschrieben werden, oder? Ich denke das hier einfach ein Fehler meinerseits vorliegt.
Oder meinen Sie das Finanzamt nimmt es bei dieser 10-Tage-Regelung einfach nicht so genau und ich kann das jetzt einfach so lassen ohne Konsequenzen zu befürchten?

Von: Kexel
Uhr

wer viel fragt muss auch mit negativen Antworten leben können.

Meines Erachtens liegt in Ihrem Fall kein Grenzfall vor, daher Versteuerung in 2012.
Damit doppelt versteuert – Pech gehabt – hätten Sie mal lieber vorher jemanden (≠ Internet; = Steuerberater) gefragt, der sich mit so etwas auskennt, guter Rat (vorher) schont das Vermögen.

Möglicher Ausweg zur nachträglichen Änderung 2011:

§ 174 Absatz 1 AO wrote:
Widerstreitende Steuerfestsetzungen
(1) Ist ein bestimmter Sachverhalt in mehreren Steuerbescheiden zuungunsten eines oder mehrerer Steuerpflichtiger berücksichtigt worden, obwohl er nur einmal hätte berücksichtigt werden dürfen, so ist der fehlerhafte Steuerbescheid auf Antrag aufzuheben oder zu ändern. Ist die Festsetzungsfrist für diese Steuerfestsetzung bereits abgelaufen, so kann der Antrag noch bis zum Ablauf eines Jahres gestellt werden, nachdem der letzte der betroffenen Steuerbescheide unanfechtbar geworden ist. Wird der Antrag rechtzeitig gestellt, steht der Aufhebung oder Änderung des Steuerbescheids insoweit keine Frist entgegen.