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fehlende Gewinnerzielungsabsicht als Kleinunternehmer?

Von: Frank Schroeder • Veröffentlicht: 22. Februar 2017

Fragenfehlende Gewinnerzielungsabsicht als Kleinunternehmer?

Uhr
Von: Elfu
3 Antworten
Hallo,

gestern habe ich vom Finanzamt den Bescheid für 2009 bekommen. Meine Ausgaben für das Jahr werden mir nicht anerkannt, da ich bis dahin nur Verluste gemacht habe. Das ist zwar richtig, aber zum Ende des Jahres 2009 bestand meine Firma gerade mal 15 Monate.

Meine Firma (Kunsthandwerk, Leder) habe ich erst im September 2008 gegründet, und habe natürlich in der ersten Zeit viele Ausgaben gehabt, die später so bestimmt nicht vorgesehen sind. Ich habe zum Beispiel einen größeren Posten Leder gekauft, der auch noch bis ins nächste Jahr hinein reichen wird. Und in diesem Jahr muste ich natürlich noch kein Leder kaufen, auch im nächsten Jahr wenn überhaupt nur kleinere Mengen. Auch andere Verbrauchsmaterialien wurden angeschafft, und die Handwerkskammer etc. möchten auch gleich Geld sehen. Im Prinzip denke ich, das das alles ganz normale Ausgaben sind.

Ich hatte auch vorher schon mit jemand anderem 10 Jahre lang eine GbR (Larp und Mittelalterkram mit Ledersachen), aus der ich 2008 ausgestiegen bin. Eine Firma mit Angestellten habe ich also schon geleitet, und ähnliche Sachen habe ich auch schon vor 10 Jahren hergestellt.

Nach dem langen “Einführungsblabla” zu meinen Fragen:
Ist das nicht ein sehr kurzer Zeitrahmen (15 Monate), den das Finanzamt da zugrunde legt? Ich meine mal irgendetwas von 4 Jahren gelesen zu haben?

Nun möchte das Finanzamt schriftlich von mir eine Stellungnahme mit “Orakel” für die nächsten Jahre unter Einbeziehung der mutmaßlichen künftigen wirtschaftlichen Entwicklung. (Ich schmeiß mich weg vor Lachen, ist aber leider eine ernste Angelegenheit) Werde ich da wohl mit einem Business- oder Geschäftsplan wie man es zur Existenzgründung machen kann wohl etwas ausrichten können?

Vielen Dank schon mal im Voraus.

Von: Kexel
Uhr
Hallo,

Quote:
Ist das nicht ein sehr kurzer Zeitrahmen (15 Monate), den das Finanzamt da zugrunde legt? Ich meine mal irgendetwas von 4 Jahren gelesen zu haben?

Ja, sehr kurz und sehr unüblich.
Erfolgte die Festsetzung (auf der ersten Seite des Bescheids vor der Berechnung der Steuernachzahlung/-erstattung) nach § 165 AO oder § 164 AO? Wenn ja, ist die diesbezügliche Erläuterung im Bescheid wichtig. Hat das Finanzamt die Betriebsausgaben bzw. den Verlust grundsätzlich nicht anerkannt oder nur vorläufig nicht anerkannt?

Quote:
Nun möchte das Finanzamt schriftlich von mir eine Stellungnahme mit “Orakel” für die nächsten Jahre unter Einbeziehung der mutmaßlichen künftigen wirtschaftlichen Entwicklung.

Dies ist leider zulässig. Wenn Sie denn der Meinung sind, dauerhaft Gewinn zu erzielen, dann sollten Sie auch in der Lage sein dies in kurzer Form in Zahlen dem Finanzamt mitzuteilen. Unter diesem Aspekt haben Sie doch auch Ihr Unternehmen gegründet – um auf Dauer Gewinn zu erzählen.

Erläutern Sie dem Finanzamt Ihre unternehmerischen Aspekte einfach so wie in diesem Forum und fügen ein paar Zahlen hinzu (Umsatz – Waren-/Materialaufwand – andere Ausgaben).

Von: Elfu
Uhr
Hallo,

der Bescheid ist nach § 165 AO vorläufig. Die Verluste werden bis zur Klärung der ungewissen Verhältnisse vorerst nicht berücksichtigt 🙁 .

Von: Kexel
Uhr

dann ist ja noch nichts entschieden.

Also, Erläutern Sie dem Finanzamt Ihre unternehmerischen Aspekte einfach so wie in diesem Forum und fügen ein paar Zahlen hinzu (Umsatz – Waren-/Materialaufwand – andere Ausgaben).

Möglicherweise wird das Finanzamt aber seine endgültige Entscheidung auf die nächsten Jahre vertagen, also erst mal abwarten, ob Ihre Prognosen tatsächlich eintreffen.