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Fragen zum Fahrtenbuch

Von: Frank Schroeder • Veröffentlicht: 22. Februar 2017

FragenFragen zum Fahrtenbuch

Uhr
Von: sisqonrw
23 Antworten
Hallo,

habe mir jetzt einen Wagen gekauft, was ich betrieblich nutzen möchte. Ich möchte die Fahrtenbuch Methode anwenden.

Dazu habe ich eine Verstädnisfrage.

Sagen wir mal aus dem Fahrtenbuch ergibt sich am Jahresende eine private Nutzung von 40 % und eine gewerbliche Nutzung von 60%.

Bekomme ich von allen Kfz-Rechnungen/Quittungen 100% der MwSt?

Kann ich die Kfz-Aufwendungen dann nur zu 60% absetzen?

Über eine kurze Antwort freue ich mich sehr.

Vielen Dank.

Von: Kexel
Uhr
Hallo,

Fahrtenbuchmethode bedeutet:

– voller Vorsteuerabzug (100 %) aus allen Kosten
– in Höhe des Privatanteils, der zum Vorsteuerabzug berechtigten Kosten, mehrwertsteuerpflichtiger Eigenverbrauch
– voller Abzug der Kfz-Kosten (100 %) als Betriebsausgaben
– in Höhe des Privatanteils, von allen Kfz-Kosten, gleich Betriebseinnahmen

Beispiel:

Kfz-Kosten mit Vorsteuerabzug 1.190 EUR (1.000 EUR + 190 EUR Vorsteuer)
Kfz-Kosten ohne Vorsteuerabzug (z. B. Versicherung) 300 EUR
Privatanteil laut Fahrtenbuch 40 %

Vorsteuerabzug 190 EUR
Mehrwertsteuerzahllast 76 EUR (1.000 x 40 % x 19 %)
Betriebsausgaben 1.490 EUR (1.190 EUR + 300 EUR)
Betriebseinnahmen 596 EUR ((1.190 + 300) x 40 %)

Helmut Kexel, Steuerberater/vBP
www.steuernplusberatung.de

Von: sisqonrw
Uhr
Habe ich das richtig verstanden, dass ich den privaten Anteilt 40% von der Mwst und von den Kfz-Kosten zurück zahlen muss quasi?

Von: Kexel
Uhr

nein, nur die MwSt ist an das Finanzamt zu zahlen.
Der Privatanteil der Kosten erhöht hingegen Ihren Gewinn.

Von: sisqonrw
Uhr
das heißt doch, dass ich die 190 € vom Finanzamt wieder bekomme und 76 € an das Finanzamt zahlen muss. Verstehe ich das richtig?

Wenn ja, wie sieht es mit der MwSt vom Autokauf aus. Ist das dann genau so? 19% davon bekomme ich vom Finanzamt wieder und 40% von der MwSt muss ich zurück zahlen?

Von: Kexel
Uhr

ja, so ist es richtig.

Aber vom Autokauf erhalten Sie zunächst 100 % der Vorsteuer zurück.
Dafür sind monatlich 40 % der monatlichen Anschreibung als Privatanteil zu versteuern und hierauf die Mehrwertsteuer ans Finanzamt abzuführen (mit der laufenden Umsatzsteuervoranmeldung).

Von: sisqonrw
Uhr
hmmm das ist doch aber ein wenig blöd. Wenn man von Oktober bis Dezember nicht so viel gewerblich fahren sollte, weil man z.B. noch von zu Hause aus arbeit, dann bekommt man nicht die volle MwSt zurück. Wenn man im nächsten Jahr erst viel betrieblich fahren sollte, dann hat man von der MwSt vom Autokauf nicht so viel.

Von: Kexel
Uhr

nein, dies stimmt nur bei einem betrieblichen Anteil unter 10 %.

Bei einem betrieblichen Anteil zwischen 10 % und 50 % haben Sie ein Wahlrecht, Sie können – müssen aber nicht – Ihr Fahrzeug freiwillig dem Unternehmen zuordnen und erhalten folglich auch die volle Vorsteuer aus der Anschaffung erstattet.

Von: sisqonrw
Uhr
Heißt es, dass man beim Fahrzeug 100% der Vorsteuer bekommt aber bei den Kfz-Kosten nur den gewerblichen Anteil der MwSt und der Aufwändungen?

Von: Kexel
Uhr

nein,

Steuerberater Kexel wrote:
Aber vom Autokauf erhalten Sie zunächst 100 % der Vorsteuer zurück.
Dafür sind monatlich 40 % der monatlichen Anschreibung als Privatanteil zu versteuern und hierauf die Mehrwertsteuer ans Finanzamt abzuführen (mit der laufenden Umsatzsteuervoranmeldung).

Und der spätere Verkauf unterliegt in voller Höhe der Umsatzsteuer.