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Fragen zum Verpflegungsmehraufwand

Von: Frank Schroeder • Veröffentlicht: 22. Februar 2017

FragenFragen zum Verpflegungsmehraufwand

Uhr
Von: Jacky2012
12 Antworten
Hallo zusammen,

habe eine Frage, wo ich leider seit vielen Monaten und von vielen Personen noch
keine Antwort bekommen habe. Ich hoffe hier wird mir wieder geholfen.

So aber jetzt zu meiner Frage, wegen Verpflegungsmehraufwand:

Ich wohne in der Stadt A mit meiner Familie. Arbeiten tue ich Mo-Fr in der Stadt B.
Arbeitszeit 11-20 Uhr. Ich fahre in der Stadt A um 10 Uhr los und bin um 21 Uhr wieder zurück.

Freitags und Samstags arbeite ich in der Stadt C. Stadt C ist von mir 200 km entfernt. Meine Arbeitszeit dort ist Freitags und Samstags immer von 22/23 – 5/7 Uhr. Übernachten tue ich an Wochenenden in der Stadt C bei einer
Bekannten.

Kann ich die Verpflegungspauschalen bei mir ansetzen. Die beträgt bei mir
jährlich über 3000 Euro dann.

Wäre schön, wenn ich wieder eine für mich verständlich Antwort bekommen
könnte. Diesen Paragraphentext habe ich nicht verstanden.

Vielen Dank im Voraus.

Jacky

Von: Kexel
Uhr
Hallo,

ich versuche mal eine verständliche Antwort auf eine leider nicht ganz verständliche Frage zu geben.

Bei der Antwort wird unterstellt (entscheidend für die richtige Antgwort), dass Sie
– entweder selbständig tätig sind und Ihren Betriebssitz in A haben
– oder Arbeitnehmer sind und Ihre regelmäßigfe Arbeitsstätte (beim Arbeitgeber) weder in B, noch in C ist.

Wenn dies zutrifft, dann stellen Ihre Fahrten Dienstreisen dar, für die grundsätzlich Verpflegungsmehraufwendungen angesetzt werden können.

Für die Fahrten von A nach B und zurück 6 Euro pro Tag (mindestens 8 Std. aber weniger als 14 Std.).

Für die Fahrten von A nach C und zurück ist, da es sich um eine mehrtägige Dienstreise handelt, jeder Tag isoliert zu betrachten: Freitag < 8 Std. = 0 Euro, Samstag = 24 Std. = 24 Euro, Sonntag > 8 Std. = 6 Euro.

Komma, ABER, es ist zu prüfen, ob die Dreimonatsfrist/-regelung greift.

Nach den Lohnsteuerrichtlinien

Quote:
“beschränkt sich der Abzug der Verpflegungsmehraufwendungen bei derselben Auswärtstätigkeit auf die ersten drei Monate; dieselbe Auswärtstätigkeit liegt nicht vor, wenn die auswärtige Tätigkeitsstätte an nicht mehr als (ein bis) zwei Tagen wöchentlich aufgesucht wird.”

Also, für die Fahren von A nach B und zurück ist meines Erachtens die Dreimonatsfrist zu beachten. Nur für die ersten drei Monate seit Beginn der Tätigkeit (nicht pro Kalenderjahr) können Verpflegungsmehraufwendungen angesetzt werden.

Für die Fahrten von A nach C und zurück scheint die Sache strittig. Sind es mehr als (ein bis) zwei Tage? Die Tätigkeit geht von Freitag, über den Samstag, bis Sonntag. Damit an drei Tagen, somit meines Erachtens auch hier klar mehr als zwei Tage, da die Tage meines Erachtens nicht als 24 Stunden zu betrachten sind, also auch hier Dreimonatsfrist zu beachten.

Von: Jacky2012
Uhr
Hallo Herr Kexel,

zuerst einmal vielen Dank für Ihre Antwort. Ich werde jetzt bisschen genauer und verständlicher meine Frage noch einmal stellen.

Ich bin verheiratet und wohne zusammen mit meinem Ehepartner und meinen Kindern in der Stadt A. Ich habe in der Stadt A nur eine Wohnung und keine Arbeitsstätte.

Ich bin selbständig tätig und habe auch mehrere Mitarbeiter, die für mich arbeiten.

In der Stadt B arbeite ich selber meist von Montags – Freitags von 11-20 Uhr.

In der Stadt C arbeiten mehrere Mitarbeiter von mir 4-5 Tage die Woche. Ich selber arbeite meist nur Samstags dort in der Stadt C. Freitags fahre ich nach der Arbeit in der Stadt B auch hin zur Stadt C, aber da bin ich dann meist zur Kontrolle und zur Besprechung vor Ort. Dann übernachte ich dort beim Bekannten und arbeite dann am Samstag von 21 – 6 Uhr dort selber. Wenn ich nicht zu müde bin fahre ich dann auch nach Feierabend wieder zurück zu mir
nach Hause (Stadt A) und wenn ich müde und geschafft übernachte ich dann dort bei meiner Bekannten und fahre dann erst Sonntag gegen Abend oder Montag früh wieder zurück nach hause.

1 mal im Monat arbeite ich auch in der Stadt A, da in der Nähe wo ich wohne. Immer dann, wenn meine Mitarbeiterin nicht kann.

Ich hatte vor einiger Zeit zwei verschiedene Steuerberater gefragt und beide sagten, dass ich die Verpflegungspauschale täglich ansetzen kann.

Hat sich jetzt an Ihrer Antwort etwas geändert?

Bin Ihnen sehr dankbar für eine schnellstmögliche Antwort.

Lg Jacky

Von: Jacky2012
Uhr
sorry, vielleicht sollte ich folgendes noch hier verraten.

ich bin der Stadt B von Montags bis Dienstags tätig aber diese Stelle in der Stadt B, kann jederzeit von meinem Auftraggeber mir weggenommen werden. Meine Arbeitsstunden dort bekomme ich monatlich von meinem Auftraggeber zugefaxt und er kann sie auch jederzeit kürzen oder ganz streichen.

folgendes habe ich noch gefunden:

Quote:
Da Ihr Arbeitsvertrag befristet ist, handelt es sich beim Einsatzort nicht um eine regelmäßige Arbeitsstätte, R 9.4 Abs. 3 Satz 5 LStR.

trifft das auch auf mich zu? eine regelmäßig Arbeitsstätte von mir ist das ja eigentlich nicht, da ich jederzeit dort den Auftrag verlieren kann.

Von: Kexel
Uhr

die “regelmäßige Arbeitsstätte” ist hier nicht das Problem, die ist meines Erachtens – wie bereits ausgeführt (Dienstreise) – zu verneinen.

Das Problem für die Verpflegungsmehraufwendungen ist – wie ebenfalls bereits dargestellt – die Dreimonatsfrist. Und da spielt es keine Rolle, ob eine Befristung vorliegt oder eine jederzeitige Änderung möglich ist.

Zur weiteren Beurteilung benötige ich noch Angaben über
– die Art Ihrer Tätigkeit, Ihres Gewerbes,
– wo haben Sie Ihr Büro, wo findet die Verwaltung/Organisation der Mitarbeiter statt? Laut IHren Angaben in A nur eine Wohnung keine Arbeits(Betriebs)stätte.
– wenn Sie Freitags bis 20 Uhr in B arbeiten und anschließend noch nach C zu Besprechungen fahren, wann endet dann die Dienstreise am Freitag oder Samstag früh? und dann anschließend Samstags auch noch von 21-6 Uhr arbeiten?
– arbeiten Sie an sieben Tagen die Woche? Mo-Fr. + Fr.-So.?
(Dann sollte aber so viel Gewinn dabei herauskommen, dass Sie sich einen Steuerberater leisten können. Mit dem können Sie die Sache dann auch ganz konkret, ohne Stadt A B C und Tätigkeit x y z, besprechen, was für das Gesamtverständnis in Ihrem Fall hilfreich sein sollte.)

Von: Jacky2012
Uhr
Sehr geehrter Herr Kexel,

Sie werden es mir vielleicht jetzt nicht glauben aber ich hatte bisher zwei Steuerberater gehabt und die haben mich echt sehr enttäuscht. Ich könnte Ihnen da Stories ohne Ende erzählen…

Aber nun zu Ihren Fragen:

Ein Büro habe ich nicht. Die ganze Verwaltung usw. mache ich in meiner Wohnung in der Stadt A.

Wenn ich Freitags nach B zu Stadt C fahre endet die Arbeit je nach Situation nach ein paar Stunden.

Es kommt auch öfter vor, dass ich Freitags nach der Arbeit in der Stadt B nach Hause in die Stadt A fahre und erst am Samstag abends
zu Stadt C fahre und Sonntags früh wieder zurück bin in der Stadt A.

In der Branche wo ich tätig bin bleibt echt fast nichts über :'(

Weil sonst würde ich selber nicht so viel arbeiten und auch mir einen Steuerberater leisten können.

Ich bräuchte mehr Informationen zu der Dreimonatsfrist bzgl. der Wochenendarbeit.

1) Wenn ich zum Beispiel Freitags abends um 21-22 Uhr los fahre in der Stadt B
bin zwischen 00-1 Uhr (Samstags frühs) in der Stadt C und fahre dann am Sonntag früh wieder zurück zu Stadt A sind das dann zwei Tage oder drei Tage?

2) Öfters fahre ich auch Samstags ca. 18 Uhr von zu hause (Stadt A) erst los zu Stadt C, arbeite dort bis morgens und bin dann so am Sonntag früh kurz nach 8 Uhr wieder zurück in Stadt A.

3) Aber ab und zu kommt es auch mal vor, dass ich am Sonntag früh nach der Arbeit sehr müde bin oder die Straßen sehr glatt sind (im Winter), dann übernachte ich auch mal dort und fahre erst am Sonntag gegen Abend oder auch mal Montags frühs los.

Es ist echt sehr kompliziert bei mir… :'(

Von: Jacky2012
Uhr
Hallo Herr Kexel,

ich habe gerade folgendes gemailt bekommen. trifft das auch auf mich
zu. Icc bin ja bei beiden Aufträgen als Subunternernehmer tätig und habe daher auch keinerlei Verträge oder sonstiges mit den Chefs von den Arbeitsorten
B, C wo ich arbeite. Das sind die Auftraggeber von meinem Auftraggeber.

Für Arbeitnehmer, die langfristig bei einem Kunden eingesetzt werden:
Der Standort eines Kunden ist keine regelmäßige Arbeitsstätte i.S.d.
Lohnsteuerrechts.
Mit Urteil vom 9.7.2009 hat der Bundesfinanzhof entschieden, dass es sich
nicht um eine regelmäßige Arbeitsstätte im Sinne des Einkommensteuergesetzes
handelt, wenn der Arbeitnehmer beim Kunden seines Arbeitgebers tätig wird.
Dies gilt selbst dann, wenn der Arbeitnehmer dort längerfristig eingesetzt
wird.
Für Arbeitnehmer, die langfristig bei einem Kunden eingesetzt werden:

Von: Kexel
Uhr

Jacky2012 wrote:
… ich habe gerade folgendes gemailt bekommen. … Der Standort eines Kunden ist keine regelmäßige Arbeitsstätte …
StB Kexel wrote:
… die “regelmäßige Arbeitsstätte” ist hier nicht das Problem, die ist meines Erachtens – wie bereits ausgeführt (Dienstreise) – zu verneinen.

Eine weitere Stellungnahme folgt in den nächsten Tagen.

Von: Jacky2012
Uhr
schade…

werde warten.

wünsche schönen Feiertag.

Von: Jacky2012
Uhr
bekomme ich denn noch eine Antwort?