≡ Menu
Fragen »

freiberufliche Sängerin und Arbeitszimmer

Von: Frank Schroeder • Veröffentlicht: 22. Februar 2017

Fragenfreiberufliche Sängerin und Arbeitszimmer

Uhr
Von: czSt
1 Antworten
Hallo,

ich habe folgendes Problem:
Meine Frau ist freiberufliche Opernsängerin. Das Finanzamt erkennt das Arbeitszimmer nicht an, da es den Mittelpunkt der Arbeit außerhalb des Arbeitszimmers sieht.

Es bezieht sich damit bestimmt auf die Auftritte, die ja das Geld einbringen, und natürlich nicht im Arbeitszimmer stattfinden.

Nun ist es aber so, dass für einen Auftritt, mindestens 80 % (oft auch mehr) der Zeit zu Hause aufgewendet wird, der Rest sind Proben vor Ort bzw. Aufführungen.

Zusätzlich muss meine Frau als Sängerin ihre Stimme ständig trainieren und perfektionieren. Auch Liederabende, die sie selbst konzipiert und ausarbeitet, haben einen Anteil > 95% zu Hause.

Gibt es dazu schon irgendwelche Urteile (evtl. von anderen Künstlerberufen)? Bis jetzt konnte ich nur Informationen aus Österreich finden, die scheinbar ebenfalls den Mittelpunktsbegriff haben:

http://www.swtunion.at/web/impuls/impuls_3_08/impuls/impuls_3_08/seiten/8_fiskurios.htm

http://www.pwc.com/at/de/newsletter/tax/2008/absetzbarkeit-arbeitszimmer-28022008.jhtml

Aber das wird mir beim deutschen Finanzamt nichts nützen 😕

Gibt es hier eine Chance bei der Anfechtung?

Von: Kexel
Uhr
Hallo,

dieses Thema ist zur Zeit beim BFH ein Verfahren anhängig, so dass alle Einkommensteuerbescheide diesbezüglich vorläufig ergehen – Sie sollten dieses Verfahren abwarten. Es ist zu erwarten, dass der BFH auch zur 50 %-Grenze Aussagen treffen wird.

Im Übrigen empfehle ich Ihnen meine Internetseite für weitere Informationen
www.steuernplusberatung.de – Infos – Aktuell

Quote:
Häusliches Arbeitszimmer: Anträgen auf Aussetzung der Vollziehung ist stattzugeben
Mit Schreiben vom 06.10.2009 – IV A 3 – S 0623/09/10001 – hat das Bundesfinanzministerium zur Verfassungsmäßigkeit der Neuregelung der Abziehbarkeit der Aufwendungen für ein häusliches Arbeitszimmer Stellung genommen.

Danach ist Anträgen auf Aussetzung der Vollziehung, die sich in Rechtsbehelfsverfahren gegen die Ablehnung eines Antrags auf Lohnsteuerermäßigung für die Jahre ab 2009, die Festsetzung von Einkommensteuer-Vorauszahlungen für Veranlagungszeiträume ab 2009 oder Einkommensteuerbescheide für Veranlagungszeiträume ab 2007 richten, stattzugeben, sofern die betriebliche oder berufliche Nutzung des Arbeitszimmers über 50 Prozent der gesamten betrieblichen und beruflichen Tätigkeit beträgt oder für die betriebliche oder berufliche Tätigkeit kein anderer Arbeitsplatz zur Verfügung steht.

In diesem Rahmen sind Aufwendungen bis zu einem Betrag von 1.250 EUR zu berücksichtigen. Das Ministerium stellt weiter klar, dass die Aussetzung der Vollziehung eines Einkommensteuerbescheids auch zur vorläufigen Erstattung entrichteter Vorauszahlungen und anzurechnender Steuerabzugsbeträge führen kann.

Hintergrund dieser Verwaltungsanweisung ist ein Beschluss des Bundesfinanzhofes vom 25.08.2009 – VI B 69/09, in dem das Gericht ernsthafte Zweifel an der Verfassungswidrigkeit der begrenzten Abzugsfähigkeit der Kosten für ein häusliches Arbeitszimmer geäußert hat (vgl. unsere News vom 17.09.2009).

Das Schreiben ist für einen Übergangszeitraum auf der Homepage des Bundesfinanzministeriums veröffentlicht.