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Gewerbesteuer ja oder nein

Von: Frank Schroeder • Veröffentlicht: 22. Februar 2017

FragenGewerbesteuer ja oder nein

Uhr
Von: naddel33
1 Antworten
Guten Tag,

folgende Annahme:

A ist seit 2006 freiberuflich als Projektmanagerin für europäische
Projekte ztätig, z. B. Erstellen von
Büchern und Dokumenten für Forschungsprojekte in englischer Sprache für die EU.Controllingaufgaben für europäische Forschungsprojekte A hat ein Hochschulstudium abgeschlossen. Jedoch gab es bei A dieses Jahr Einwände vom
Finanzamt. A solle, da der Gewinn über 24.500 liegt Gewerbesteuer
zahlen, obwohl A bis dahin als Freiberufler gearbeitet hatte.
Was genau muss A nun als Beweis dem Finanzamt angeben? Wäre als Tätigkeitsangabe besser Consultant oder beratender Ingenieur gewesen. Kann dies noch korrigiert werden?

Falls das Finanzamt doch die Gewerbesteuer einbehält kann man dann noch diese Ausgabe als Betriebsausgabe nachträglich ín der Gewinn-und Verlustrechnung korrigieren??
Weiterhin sollten bei A die laufenden KFZ-Kosten wie Leasingraten,
Sonderzahlung, Nummernschilder usw. nicht anerkannt werden. Nur die
Fahrtkosten mit dem betrieblich gefahrenen Kilometer wurden
berücksichtigt. A hatte PKW Ende 2007 nur für diese
TÃätigkeit genutzt. Die 1% Regel hatte er noch nicht angewendet, da A nur betrieblich zu Kunden unterwegs war. Was kann A jetzt tun und warum wurden die tatsächlichen Kosten nicht anerkannt, obwohl sich das Fzg. im Betriebsvermögen befindet und zu 90% betrieblich genutzt wird.

Vielen Dank im vorraus!

Mit freundlichen Grüßen

Von: Kexel
Uhr
Hallo,

bezüglich der Gewerbesteuer kommt es nicht darauf an wie man seine Tätigkeit benennt, sondern welche (Aus)Bildung man hat und welche Tätigkeit man tatsächlich ausübt.

So übt zum Beispiel ein selbständiger Diplom-Informatiker, der auch Hard- und Software ein- und verkäuft, eine gewerbesteuerpflichtige Tätigkeit aus.

Gegen den Gewerbesteuermessbescheid sollte A Einspruch einlegen und sowohl seine Ausbildung, als auch seine tarsächliche Tätigkeit dem Finanzamt ausführlich beschreiben und durch Ausbildungsnachweise und Ausgangsrechnungen belegen.

Per Saldo führt die Gewerbesteuer allerdings in aller Regel zu keiner Steuermehrbelastung, da sie auf die Einkommensteuer angerechnet wird. Je höher die Gewerbesteuer, je niedrieger die Einkommensteuer.
Dennoch sollte man versuchen die Anerkennung der freiberuflichen Tätigkeit durchzusetzen, da mit der Gewerblichkeit noch andere Verpflichtungen verbunden sind (je nach Höhe des Gewinns/Umsatz z. B. Bilanzierungspflicht und Umsatzbesteuerung nach vereinbarten Entgelten).

Im Rahmen einer Gewinnermittlung kann die Gewerbesteuer nicht nachträglich als Betriebsausgabe erfast werden, da hierfür der Zeitpunkt der Zahlung maßgeblich ist. Also Betriebsausgabe erst im Jahr der Zahlung 2008.

Wird ein PKW zu mehr als 50 % betrieblich genutzt, stellt er notwendiges Betriebsvermögen dar und ein pauschaler Ansatz der Kosten mit 0,30 EUR pro gefahrenem Kilometer ist nicht zulässig. Es sind die tatsächlichen Kosten anzusetzen und – sofern eine Privatnutzung nicht nachweislich (Fahrtenbuch) ausgeschlossen werden kann – auch ein Privatanteil nach der 1 %-Regelung anzusetzen.

Empfehlung: Einspruch gegen Einkommensteuerbescheid einlegen und begründen.

Gesamtempfehlung: Sachverhalte durch erfahrenen Fachmann (Steuerberater) bearbeiten lassen – Achtung! Einspruchsfrist von einem Monat beachten.

Gruß

Helmut Kexel, Vereidigter Buchprüfer/Steuerberater
www.steuernplusberatung.de