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Grunderwerbssteuer – ab wann Verzugszinsen

Von: Frank Schroeder • Veröffentlicht: 22. Februar 2017

FragenGrunderwerbssteuer – ab wann Verzugszinsen

Uhr
Von: steuerlaie
1 Antworten
Hallo liebes Forum,
da meine Firma einen kleinen Liquiditätsengpass hat, würde ich gerne die Zahlung der Grunderwerbssteuer (ca. 12.500 Euro) etwas verschieben. Laut Bescheid ist die Steuer zum 17.10. fällig. In der Abgabenordnung habe ich Folgendes gefunden:
§ 238 Höhe und Berechnung der Zinsen
(1) 1Die Zinsen betragen für jeden Monat einhalb Prozent. 2Sie sind von dem Tag an, an dem der Zinslauf beginnt, nur für volle Monate zu zahlen; angefangene Monate bleiben außer Ansatz. 3Erlischt der zu verzinsende Anspruch durch Aufrechnung, gilt der Tag, an dem die Schuld des Aufrechnenden fällig wird, als Tag der Zahlung.
Kann man diese Regelung analog auf die Grunderwerbssteuer anwenden? D.h. könnte ich die Steuer Mitte November überweisen, ohne dass Verzugszinsen auf mich zukommen?
Vielen Dank für Ihre Unterstützung.

Von: Kexel
Uhr
Hallo,

ja, Ihre Rechtsauslegung hinsichtlich der Höhe und Berechnung der Zinsen ist korrekt.

ABER – § 240 AO SäumniszuschlägeWird eine Steuer nicht bis zum Ablauf des Fälligkeitstages entrichtet, so ist für jeden angefangenen Monat der Säumnis ein Säumniszuschlag von 1 Prozent des abgerundeten rückständigen Steuerbetrags zu entrichten.

Also, zahlen Sie die Grunderwerbsteuer erst am 18.10., dann fallen schon 1 % Säumniszuschläge = 125 EUR an. 1 % pro angefangenem Monat entspricht rund 12 % Jahreszins!

Wenn Sie ein Grundstück gekauft haben und jetzt noch nicht einmal die Grunderwerbsteuer zahlen können, dann stimmt irgend etwas mit Ihrer vorher kalkulierten und vereinbarten Finanzierung nicht. Die Entstehung und Höhe der Grunderwerbsteuer ist doch bereits vor Abschluss des endgültigen Kaufvertrags bekannt.