≡ Menu
Fragen »

Kauf mit Rabattcoupons

Von: Frank Schroeder • Veröffentlicht: 22. Februar 2017

FragenKauf mit Rabattcoupons

Uhr
Von: mealt
1 Antworten
Guten Tag,

wir kaufen öfters Waren bei unterschiedlichen Anbietern über das Portal MeinPaket.

Bei diesem Portal kann man für seine Einkäufe Rabattcodes verwenden. Zum Beispiel kaufen wir Waren im Wert von 200€ ein und verwenden einen Rabattcode in Höhe von 10%. Uns werden somit lediglich 180€ auf der Kreditkarte belastet. Der Händler versendet die Bestellte Ware zeitnah los und legt eine Rechnung über die 200€ bei.

Wir lässt sich der Vorfall sinnvoll und falls möglich zu unserem Vorteil zur Erstellung der EüR behandeln.

Können wir die von uns benutzten Rabattcodes als Zahlungsmittel ansehen?

Wie schon angesprochen ist die ordentliche Rechnung mit MwSt auf den Betrag von 200€ ausgewiesen.

Danke für Ihre Hilfe.

Viele Grüße

mealt

Von: TorstenMo
Uhr
Zunächst geklärt werden, ob ihre Firma bilanziert oder ob sie tatsächlich nur eine Gewinnermittlung erstellen muss und quasi nach Paragraph vier Abs. 3 Einkommensteuergesetz eine Einnahmenüberschussrechnung erstellt.

Im Fall der Bilanzierung
hier müssen Sie selbstverständlich die komplette Verbindlichkeit unmittelbar nach Bestellung buchen und die Bezahlung separat erfassen. Sofern bei der Bezahlung entsprechende Rabatte, Nachlässe oder Boni berücksichtigt werden, ist das wiederum entsprechend in der Buchführung zu erfassen.

Im Fall der Einnahmenüberschussrechnung
ihr erfassen sie tatsächlich nur das, was vom Konto bezahlt wurde. Sollte die Eingangsrechnung dementsprechend höher ausfallen, wird die Differenz ebenfalls als Rabatt entweder separat oder, wie es die Praxis sehr häufig macht, direkt verrechnet (was eigentlich ein buchhalterisch verboten ist) und nur die Differenz wird gebucht.

Ich habe auch schon gehört, dass die vollständige Rechnung als Betriebsausgabe mit Vorsteuerabzug erfasst wurde, die tatsächlich niedrigere Zahlung wurde ignoriert. Somit entstand den zahlenden Unternehmer einen Vorteil, sowohl in der Höhe der Betriebsausgaben als auch im Vorsteuerabzug. Warum das so geht? Das Finanzamt und die Gesetzgebung sieht ja bei einem kleineren Unternehmer, der die Einnahmenüberschussrechnung anwenden muss oder darf, keine Bankkonten oder andere Zahlungsmittel vor. Der Unternehmer ist also nicht verpflichtet eine doppelte Buchführung zu erstellen und damit nachzuweisen, wo das Geld zur Bezahlung herkam und wie viel er dementsprechend auf dem Konto hatte.

Ich kann Ihnen trotzdem in diesem Fall nur empfehlen, einen Steuerberater oder einem Fachanwalt die Frage zu stellen, erst dann sind Sie auf der sicheren Seite und können gegebenenfalls auch bei einer Betriebsprüfung das Problem abwenden.

Nutzen Sie dazu einfach unseren Kooperationspartner http://www.frag-einen-anwalt.de/default.asp?von=beraterlate Und stellen Sie dort Ihre Frage für kleines Geld, was ihnen auf jeden Fall Rechtssicherheit verschaffen.