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Kosten für Privat-PKW als Freibetrag eintragen

Von: Frank Schroeder • Veröffentlicht: 22. Februar 2017

FragenKosten für Privat-PKW als Freibetrag eintragen

Uhr
Von: Tim Taler
3 Antworten
Hallo,

ich bin neu hier und die Suche hat leider keine adäquate Antwort auf mein Problem ergeben.

Ich bin als angestellter Berater relativ viel unterwegs (ca. 40.000 km geschäftlich / Jahr + ca. 5000 km privat) und nutze derzeit einen Firmenwagen mit der 1% Methode.

Ab nächstem Jahr möchte ich statt dem Firmenwagen, wieder ein Privatauto fahren (Modellauswahl der Firmenflotte nicht attraktiv) und ich habe hierzu einige Fragen wie ich dies bestmöglich absetzen kann:

Die Anschaffung ist als Leasing (wahrsch sogar Gebrauchtleasing, Alter 2-3 Jahre) geplant. Die fixen kosten ermöglichen mir hoffentlich die Anrechnung als Freibetrag, denn sonst macht das Leasing für mich wahrscheinlich keinen Sinn.

Was muss ich dem Finazamt konkret vorlegen um einen möglichst hohen Freibetrag genehmigt zu bekommen? Das Führen eines Fahrtenbuches wäre kein Problem.

Ich dachte an folgende Bestandteile:

– Leasingrate (tatsächlicher Anteil: abschlägig 90% geschäftlich, 10% privat)
– Weg ins Büro (ich habe 90km einfach!) – tatsächliche Kosten anhand der berechneten x Ct/km
– Fixkosten: Steuer, Versicherung, Werkstatt (lt. ADAC-Berechnungstabelle?)
– Betriebskosten: (Kraftstoff für 40.000 km /Jahr)

Laufzeit des Leasings 24- 36 Monate (z.B. bei einem Gebrauchtwagen der bereits 2- 3 Jahre alt ist) geplant, wenn das steuerlich geht?

Bei dem gewählten Kfz (Leasingrate ca. EUR 1.000,- brutto) mit den oben angesprochenen Kosten, käme ich auch einen Jahresfreibetrag von ca. EUR 23.000 EUR!!!

Geht das beim FA so durch???

Vielen Dank schon mal im Voraus für die Hilfe!

Gruß

Tim

Von: Kexel
Uhr
Hallo,

wenn Sie bisher einen Firmenwagen hatten, dann hat der Arbeitgeber doch auch die Kosten vol getragen – oder?

Was ist dann bei der Benutzung eines Privatwagens – zahlt der Arbeitgeber hier einen Kostenzuschuss – Reisekostenerstattung?
Wenn ja, wäre diese in Ihrer Berechnung abzuziehen.
Wenn nein, warum lassen Sie sich dann auf die hohen Mehrkosten ein?

Ihre Berechnung für den Lohnsteuer-Freibetrag ist ansonsten im Prinzip in Ordnung. Kosten für Fahrten zwischen Wohnung und regelmäßiger Arbeitsstätte – sofern eine solche vorhanden ist – sind allerdings nur mit 0,30 EUR pro Entfernungskilometer abzugsfähig.
Die Führung eines Fahrenbuchs wird dringend empfohlen, um den sehr hohen betrieblichen Anteil nachzuweisen.
Ebenso sind natürlich für die spätere Einkommensteuererklärung alle tatsächlichen Kfz-Kosten nachzuweisen, also alle Belege sammeln.

Von: Tim Taler
Uhr
Hallo Herr Kexel,

schon mal vielen Dank für Ihre Antwort!

Bisher hat die Firma die Kosten für den Geschäftswagen bezahlt – das ist korrekt. Ich musste lediglich nach der 1%-Regelung versteuern.

Die Firma hat ein etwas wunderliches Modell für die Privatwagennutzung.

Es werden 80% der Kraftstoffkosten übernommen (Über Firmentankkarten, die angenommenen 20% Privatanteil werden direkt vom Nettogehalt abgezogen).

Den Anteil würde ich entsprechend beim Freibetrag berücksichtigen.

Zusätzlich bezahlt die Firma einen Pauschalbetrag von EUR 400,00, welcher aber wie normales Gehalt versteuert wird, also muss ich diesen auch beim Freibetrag nicht berücksichtigen, oder?

Belege sammeln, etc. ist auch kein Problem.

Verlangt das FA im Voraus nicht irgendwelche Nachweise um mir einen derart hohen Freibetrag zu genehmigen???

Vielen Dank für Ihre Hilfe!

Gruß

Tim

Von: Kexel
Uhr

Quote:
Zusätzlich bezahlt die Firma einen Pauschalbetrag von EUR 400,00, welcher aber wie normales Gehalt versteuert wird, also muss ich diesen auch beim Freibetrag nicht berücksichtigen, oder?

Ja, keine Kürzung des Freibetrags.

Quote:
Verlangt das FA im Voraus nicht irgendwelche Nachweise um mir einen derart hohen Freibetrag zu genehmigen?

Wenn Sie das ganze – so wie hier im Forum – plausibel darstellen, nein. Es ist ja nur eine vorläufige Sache und Sie sind verpflichtet hinterher eine Einkommensteuererklärung abzugeben.
Vielleicht eine Bestätigung des Arbeitgebers, dass lohnsteuerfrei nur 80 % der Kraftstoffkosten übernommen werden und sonst steuerfrei keine weiteren Kosten.