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Kostenlose Dreingaben

Von: Frank Schroeder • Veröffentlicht: 22. Februar 2017

FragenKostenlose Dreingaben

Uhr
Von: Jan
11 Antworten
Guten Tag Herr Kexel,

wie verhält es sich, wenn ich von einem privaten Verkäufer Ware einkaufe, dieser eine kostenlose Dreingabe macht, die ich nicht weiterveräussere, sondern privat nutze? Die Hauptware wird von mir weiterveräussert.

Danke für Ihre Antwort

Jan

Von: TorstenMo
Uhr
Hallo Jan,

meinen Sie vielleicht Zugabeartikel https://www.betriebsausgabe.de/zugabeartikel-330.html ?

Von: Jan
Uhr
Lieber Torsten,

ich kaufe von privaten Verkäufern und diese legen z. b. nicht mehr benötigte Gutscheine für Gläser oder Entkalkerreste…..gebrauchte Tassen bei. Das Objekt um das es dabei eigentlich geht ist allerdings eine hochpreisige Kaffeemaschine.
Darf ich diese Dreingaben als Geschenke für mich privat behalten, da sie nichts mit dem eigenlichen Kaufinteresse zu tun haben?

Merci

Jan

Von: TorstenMo
Uhr
Genau genommen geht dieses Geschenk ins betriebsvermögen über und müsste durch die private Nutzung wieder entnommen werden, ob da nun mit oder ohne Umsatzsteuer kann Steuerberater Kexel sicher besser beurteilen.

Mein tipp: aus dem Paket nehmen und wenn der Verkäufer dieses Geschenk nicht explizite irgendwo erwähnt hat, dann ist es eben weg. Was keiner weiß macht keinen heiß 😉

Von: Jan
Uhr
Lieber Thorsten,

Ich agiere als Kleinunternehmer. Die entnommenen Gläser bzw.
Gutscheine für Gläser und gebrauchte Tassen sind im Gesamteinkaufspreis enthalten und nicht immer explizit erwähnt. Darf ich manches was beiliegt wegwerfen, weil ich es nicht haben wollte, aber geschenkt bekam? Ich will nicht alles weiterverkaufen müssen, was die Leute mir reintun. Sind es freiwillige Geschenke, die ich auch privat nutzen darf? Wie ist das Umsatztechnisch? Nur was ich verkaufe zählt zu meinen Einnahmen, es sei denn Privatentnahmen, die ich wertmässig erfassen kann, nicht wahr?
Hier handelt es sich aber um eine Art Geschenke.

Jan

Von: Kexel
Uhr
Hallo,

im Prinzip hat Torsten Recht, es handelt sich um Privatentnahmen.

Da die Waren aber ohne Zugaben bestellt und gekauft wurden, haben die Zugaben meines Erchtens einen Wert von 0 EUR, so dass die Entnahme mit 0 EUR anzusetzen ist, folglich ergeben sich keine steuerlichen Auswirkungen.

Von: Jan
Uhr
Lieber Herr Kexel,

ich habe es noch nicht richtige verstanden. Daher machen wir es mal konkret an einem Beispiel: Kaufmann X. kauft einen Elektroartikel von einer Privatperson. Dem Paket liegt ein Gutschein für einen Weinkühler bei, den der Hersteller des Elektoartikels jedem Käufer mitliefert.
Den Elektroartikel veräussere ich weiter und den Gutschein löse ich ein, behalte den Weinkühler zunächst für mich. Wie muss ich das bewerten und zahlenmässig verbuchen? Er kostet mich ja nichts. Muss ich den Wert schätzen?

Und wie verhält es sich, wenn ich den Weinkühler einige Zeit später doch veräussere und zu meinem Umsatz zähle?

Gruss

Jan

Von: Kexel
Uhr

die Entnahme des Gutschein ist meines Erachtens nicht zu buchen, da kein Wert.
Späterer Verkauf, wenn bei Einlösung des Gutscheins keine Verkaufsabsicht, sondern Absicht der Privatnutzung, dann privater Verkauf – steuerlich unerheblich – kein Umsatz.

Von: TorstenMo
Uhr
na, das sollte nun aber eindeutig sein, oder? Also ich habs verstanden und das heißt schon was 😉

Von: Jan
Uhr
Hallo Herr Kexel und Thorsten,

ich komme der Sache auch näher, aber eine Sache ist da noch:

Warum hat der Weinkühler keinen Wert?
Er kostet im Laden ca. 20 Euro, nur eben für Käufer des Weinkühlschrankes ist er eine Dreingabe im Paket.
Und wie wäre es, wenn Kaufmann X. bei der Entnahme des Gutscheines eine Verkaufsabsicht hätte? Dann einfach doch zum Umsatz und das war es?

Jan