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Lieferwagen (LKW) – wie Kosten absetzen?

Von: Frank Schroeder • Veröffentlicht: 22. Februar 2017

FragenLieferwagen (LKW) – wie Kosten absetzen?

Uhr
Von: foerster
4 Antworten
Hallo,

ich habe privat einen VW Caddy mit LKW-Zulassung (Zweisitzer) und bin Einzelunternehmer.
Dieses Jahr hatte ich Kunden in großer Entfernung und habe ihnen Fahrkosten in Rechnung gestellt (12345 Betriebsort nach 67890 Baustelle, 400 km a´0,30 ct/km = 120 € netto (§13b UStG)).

Kann ich die bezahlten Fahrkosten als Betriebsausgabe geltend machen obwohl ich kein Fahrtenbuch oder Nachweis habe (außer die Angaben auf der Rechnung des Kunden oben in den Klammern)?

Die betriebliche Nutzung des Caddy hat sich mittlerweile auf ca. 50% ausgeweitet. Wie kann ich das betrieblich geltent machen?

Die 1% Regelung gilt ja nicht für LKW, wie ich hier gelesen habe. Ein Fahrtenbuch würde allerdings einen sehr hohen Aufwand für mich bedeuten, da es oft viele kleine Strecken am Tag sind oder sie auch von kurzen Privatfahrten unterbrochen werden.

Viele Grüße
Foerster

Von: Kexel
Uhr
Hallo,

der Reisekostennachweis ist in Ihrem Fall die Ausgangsrechnung, also können sie die Kosten auch pauschal geltend machen.

Sie sollten einmal für einen repräsentativen Zeitraum von mindestens drei Monaten ein (halbwegs) ordnungsgemäßes Fahrtenbuch führen, um anhand dessen klar festzustellen, ob das Fahrzeug notwendiges Betriebsvermögen darstellt oder nicht (betriebliche Nutzung > 50 % oder < 50 %). Danach kann dann entschieden werden.

Was die 1%-Regelung anbelangt, so http://www.gesetze-im-internet.de/estg/__6.html:

§ 6 Abs. 1 Nr. 4 EStG wrote:
Die private Nutzung eines Kraftfahrzeugs, das zu mehr als 50 Prozent betrieblich genutzt wird, ist für jeden Kalendermonat mit 1 Prozent des inländischen Listenpreises im Zeitpunkt der Erstzulassung zuzüglich der Kosten für Sonderausstattung einschließlich Umsatzsteuer anzusetzen.

Also, nutzen Sie Ihren “LKW” tatsächlich wie andere einen PKW privat, dann gilt auch hier die 1%-Regelung. Dies ist nur bei einem Fahrzeug wie dem Ihren eher die Ausnahme, entspricht also nicht der Lebenserfahrung, so dass im Normalfall die 1%-Regelung nicht zur Anwendung kommt. Wenn’s denn aber doch so ist, dann kommt sie auch zur Anwendung.

Von: foerster
Uhr
Vielen Dank für Ihre Antwort! 🙂

Von: foerster
Uhr
Hallo,

ich habe noch eine Frage zur Methode der Schätzung (wenn betriebliche Nutzung unter 50% liegt).
Was akzeptiert das Finanzamt: die betriebliche Nutzung wird nur einmal ermittelt (mit einfachem Fahrtenbuch über betriebliche Fahrten und Anfangs- und Endkilometerstand für 3 Monate) und der daraus resultierende prozentuale Anteil der Kosten wird immer angesetzt oder toleriert das Finanzamt auch eine quartalsweise Anpassung des prozentualen Anteils (mit Nachweis durch einfaches Fahrtenbuch)?

Grüße
Förster

Von: Kexel
Uhr

wenn Sie immer wieder quartalsweise anpassen möchten, dann können Sie ja gleich laufend ein Fahrtenbuch führen.

Eine Anpassung einer einmal ermittelten Pauschale erfolgt nur dann, wenn sich die Verhältnisse wesentlich gegenüber dem repräsentativen Zeitraum (für den man ein Fahrtenbuch geführt hat) ändern.