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MWSt. bei Verkauf eines gebrauchten KFZ

Von: Frank Schroeder • Veröffentlicht: 22. Februar 2017

FragenMWSt. bei Verkauf eines gebrauchten KFZ

Uhr
Von: Drohne
5 Antworten
Hallo,

wenn man als Gewerbetreibender ein gebrauchtes KFZ von einem Händler gekauft hat, ohne die MWSt ausgewiesen bekommen zu haben, muss man dann beim Verkauf des Fahrzeugs selbst MWSt. ausweisen, darf man es nicht, oder hat man ein Wahlrecht?

Zwischen Kauf und Verkauf des KFZ liegen ca. 3 Jahre und der Wagen ist teilweise privat genutzt worden (1%-Regelung).

Von: Kexel
Uhr
Hallo,

ein Blick in das Gesetz bzw. in diesem Fall in den amtlichen Anwendungserlass erleichtert die Rechtsfindung:

Quote:
http://www.steuerlinks.de/richtlinie/ustr-2008/r276a.html (UStAE)

(2) Der Anwendungsbereich der Differenzbesteuerung ist auf Wiederverkäufer beschränkt. Als Wiederverkäufer gelten Unternehmer, die im Rahmen ihrer gewerblichen Tätigkeit üblicherweise Gebrauchtgegenstände erwerben und sie danach , ggf. nach Instandsetzung, im eigenen Namen wieder verkaufen (gewerbsmäßige Händler), und die Veranstalter öffentlicher Versteigerungen, die Gebrauchtgegenstände im eigenen Namen und auf eigene oder fremde Rechnung versteigern (…) . Der An- und Verkauf der Gebrauchtgegenstände kann auf einen Teil- oder Nebenbereich des Unternehmens beschränkt sein.
Beispiel:
Ein Kreditinstitut veräußert die von Privatpersonen sicherungsübereigneten Gebrauchtgegenstände. Der Verkauf der Gegenstände unterliegt der Differenzbesteuerung. Das Kreditinstitut ist insoweit als Wiederverkäufer anzusehen.

(3) …

(4) Der Unternehmer muss die Gegenstände für sein Unternehmen erworben haben. … Der Wiederverkäufer kann die Differenzbesteuerung auch bei der Veräußerung von Gegenständen des Anlagevermögens anwenden, unabhängig davon, ob er mit diesen Gegenständen gewerbsmäßig handelt. …

Von: Drohne
Uhr
Nach diesem Anwendungserlass wäre man als Fahrzeugsverkäufer kein Wiederverkäufer im Sinne des Erlasses. Somit kann man keine Differenzbesteuerung anwenden.

Das beantwortet IMO nicht die Frage, ob man die MWSt. beim Verkauf ausweisen muss, oder nicht.

Von: Kexel
Uhr

es beantwortet im Moment sehr wohl Ihre Frage.

Wenn die Differenzbesteuerung nicht zur Anwendung kommt, bedeutet dies im Umkehrschluss, dass der Verkauf umsatzsteuerpflichtig ist, sofern man nicht als Kleinunternehmer grundsätzlich nicht der Umsatzsteuerpflicht unterliegt.

Von: Drohne
Uhr
Aufgrund welcher Reglung muss man auf alles Umsatzsteuer abführen?

Ich finde es unlogisch, dass man für die Sache, für die man die Mehrwertsteuer nicht vom Finanzamt erstattet bekommen hat, beim Verkauf die Umsatzsteuer auf den vollen Verkaufspreis bezahlen muss. In dem Fall führt man ja nichts ab, sondern der Unternehmer bezahlt es.

Angenommen, ein Unternehmer kauft nach einem Totalschaden für eine Übergangszeit von 3 Monaten ein gebrauchtes Auto von privat für seinen betrieblichen Gebrauch. Dann würde er nach den 3 Monaten neben dem normalen Wertverlust schlagartig 19% verlieren.

Welchen Sinn hat das?

Von: Kexel
Uhr

der Sinn von Steuern ist in http://www.gesetze-im-internet.de/ao_1977/__3.html geregelt:

Quote:
Steuern sind Geldleistungen, die nicht eine Gegenleistung für eine besondere Leistung darstellen und von einem öffentlich-rechtlichen Gemeinwesen zur Erzielung von Einnahmen allen auferlegt werden, bei denen der Tatbestand zutrifft, an den das Gesetz die Leistungspflicht knüpft; die Erzielung von Einnahmen kann Nebenzweck sein.

Die Rechtsgrundlage für die Umsatzsteuer befindet sich im http://www.gesetze-im-internet.de/ustg_1980/.

Besonderheiten für sogenannte http://www.gesetze-im-internet.de/ustg_1980/__19.html.