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MWSt – Differenzbesteuerung §25a

Von: Frank Schroeder • Veröffentlicht: 22. Februar 2017

FragenMWSt – Differenzbesteuerung §25a

Uhr
Von: Hardyy78
3 Antworten
Hallo,
bei einer Entscheidung für die vereinfachte Differenzbesteuerung §25a (Einkauf max. 500,00 €) wird der Gegenstand von einer Fremd-Fa. bearbeitet.
Auf der Rechnung werden 19% MWSt. ausgewiesen.
Wie verbuche ich diese Rechnung ?
Vorsteuer kann ich nach §25a nicht verbuchen also den Gesamtbetrag (inkl.MWSt) als Ausgabebetrag analog einem Einkauf von Privatperson (ohne MWSt)?
MfG

Von: Kexel
Uhr
Hallo,

http://www.steuerlinks.de/richtlinie/ustae/abs25a.1..html

Quote:
Bemessungsgrundlage
( 8 ) Wird ein Gebrauchtgegenstand durch den Wiederverkäufer nach § 1 Abs. 1 Nr. 1 Satz 1 UStG geliefert, ist als Bemessungsgrundlage der Betrag anzusetzen, um den der Verkaufspreis den Einkaufspreis für den Gegenstand übersteigt; die in dem Unterschiedsbetrag enthaltene Umsatzsteuer ist herauszurechnen. Nebenkosten, die nach dem Erwerb des Gegenstands angefallen, also nicht im Einkaufspreis enthalten sind, z. B. Reparaturkosten, mindern nicht die Bemessungsgrundlage.

( 12 ) Bei Gegenständen, deren Einkaufspreis den Betrag von 500 € nicht übersteigt, kann die Bemessungsgrundlage anstatt nach der Einzeldifferenz nach der Gesamtdifferenz ermittelt werden. …. Für die Ermittlung der Verkaufs- und Einkaufspreise sind die Absätze 8 bis 10 entsprechend anzuwenden.

Also, Fremkosten als gesonderte Kosten (außerhalb des § 25a UStG) mit Vorsteuerabzug buchen.

Von: Hardyy78
Uhr
Vielen Dank Herr Kexel für die Antwort,
aber gerade hier ist es mir unklar:
Wenn ich mich für die vereinfachte Differenzbesteuerung entscheide (Bindefrist 2 Jahre) gibt es für mich doch keine Möglichkeit außerhalb des §25a mit Vorsteuerabzug zu buchen.
???

Von: Kexel
Uhr

warum soll es Ihres Erachtens keine Möglichkeit für einen Vorsteuerabzug geben?

Quote:
Beispiel:
Einkauf von Privat 300 EUR
Reparatur Werkstatt 119 EUR (incl. 19 % USt)
Verkaufspreis 450 EUR

USt-pflichtige Marge 450 EUR – 300 EUR = 150 EUR
abzuführende Mehrwertsteuer = 23,95 EUR (150,00 EUR : 1,19 = netto 126,05 EUR)
abzugsfähige Vorsteuer = 19,00 EUR (119,00 EUR : 1,19 = netto 100,00 EUR)
abzuführende Umsatzsteuer = 4,95 EUR (23,95 EUR – 19,00 EUR)

Die von Ihnen angesprochene Zweijahresfrist des http://dejure.org/gesetze/UStG/25a.html bezieht sich nur auf die dort genannten Fälle:

Quote:
(2) Der Wiederverkäufer kann spätestens bei Abgabe der ersten Voranmeldung eines Kalenderjahres gegenüber dem Finanzamt erklären, dass er die Differenzbesteuerung von Beginn dieses Kalenderjahres an auch auf folgende Gegenstände anwendet:

1. Kunstgegenstände (Nummer 53 der Anlage 2), Sammlungsstücke (Nummer 49 Buchstabe f und Nummer 54 der Anlage 2) oder Antiquitäten (Position 9706 00 00 des Zolltarifs), die er selbst eingeführt hat, oder
2. Kunstgegenstände, wenn die Lieferung an ihn steuerpflichtig war und nicht von einem Wiederverkäufer ausgeführt wurde.

Die Erklärung bindet den Wiederverkäufer für mindestens zwei Kalenderjahre.

Dies hat aber nichts mit der 500-Euro-Grenze gmeinsam. Hier gilt nach dem Umsatzsteuer-Anwendungserlass lediglich eine jährliche Bindungsfrist:

Quote:
(14) Ein Wechsel von der Ermittlung nach der Einzeldifferenz zur Ermittlung nach der Gesamtdifferenz und umgekehrt ist nur zu Beginn eines Kalenderjahres zulässig.