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Pauschalversteuerung der Fahrten zur Arbeitsstelle bei Homeoffice??

Von: Frank Schroeder • Veröffentlicht: 22. Februar 2017

FragenPauschalversteuerung der Fahrten zur Arbeitsstelle bei Homeoffice??

Uhr
Von: scott-bussi
3 Antworten
Hallo, ich hoffe diese Frage wurde hier noch nicht erörtert.
Nach einem Wechsel meines Arbeitgebers soll ich für die Fahrten zw. meiner Wohnung und der Fa. pauschal ca. 260€ monatl. versteuern( 0,03% Regelung).
Knackpunkt an der Sache ist, daß ich im Außendienst tätig bin und von meinem Homeoffice aus arbeite, also in der Fa. überhaupt keinen Arbeitsplatz habe. Fahrten in die Firma mache ich nur, wenn ich einen Termin mit einem Kunden dort habe. Es gibt hierfür auch keine Regelmäßigkeit.
Der Steuerberater unserer Firma sagt, dass das Finanzamt 👿 trotzdem auf der Versteuerung besteht. Allerdings soll es sogar ein Urteil des Bundesfinanzhofes geben, dass dieser Regelung widerspricht, welches aber von den Finanzämtern nicht angewendet wird!
Ich möchte noch hinzufügen, dass ich diese Steuer zum 1. mal zahlen soll. In keiner meiner anderen Beschäftigungen wurde so etwas versteuert.
Kann jemand dazu etwas sagen? Muß ich das wirklich zahlen??

Von: Kexel
Uhr
Hallo,

diese Handhabung kostet nicht nur Lohnsteuer, sondern – je nach Höhe Ihres Gehalts – auch noch Sozialversicherung, und zwar Sie und Ihren Arbeitgeber.

Mit Begründungen, “dass das Finanzamt trotzdem auf der Versteuerung besteht” oder “dass in keiner anderen Beschäftigungen so etwas versteuert wurde”, sollte man sich nicht zufrieden geben. Bitten Sie Ihren Arbeitgeber nochmals bei seinem Steuerberater nachzufragen und eine rechtlich fundiertere Antwort zu geben.

Es ist aber richtet, dass zurzeit eine unterschiedliche Rechtsauffassung zwischen Bundesfinanzhof und Bundesfinanzministerium besteht.
Siehe zum Beispiel hier
– Bundesfinanzministerium [Link gelöscht, da nicht mehr erreichbar]
oder auch hier
http://www.steuerlex24.de/steuernplusberatung/informationen_steuerlexikon/index/xid/3874588/
Diese Problematik wurde auch in einer der letzten Ausgaben von steuerberater-intern oder steuertip (vom markt intern verlag) erörtert – Steuerberater kann Ihnen eine Kopie hiervon vorlegen.

Sie sollten daher mit Ihrem Arbeitgeber und dessen Steuerberater abstimmen welche Regelung Sie bei der laufenden Lohnabrechnung anwenden und welche Risiken (Steuer- und Sozialversicherungsnachzahlungen )dabei möglich eingegangen werden.
Zu klären wäre dabei auch, ob Sie überhaupt im Betrieb des Arbeitgebers eine regelmäßige Arbeitsstätte haben? Was steht zum Beispiel hierzu in Ihrem Arbeitsvertrag?

Von: scott-bussi
Uhr
Danke für die Antwort. Die Frage der regelmäßigen Arbeitsstätte ist sicherlich der Dreh- und Angelpunkt der Problematik.

Die Fahrten zur Fa. sind absolut unregelmäßig und ließen sich problemlos auf weniger als 1x die Woche reduzieren 😉 .

Nur wie kann man das nachweisen. Ein Fahrtenbuch möchte ich nicht führen, da ich bereits nach der 1% Regel besteuert werde. Lt. Finanzamt bin ich/die Fa. in der Nachweispflicht.

In der Praxis fahre ich nie von der Wohnung in die Fa. und zurück, da ich die Fahrten in die Firma immer mit Kundenbesuchen kombiniere. Das zählt dann wohl als Dienstfahrt, müßte also nicht versteuert werden. Nur wie beweise ich das einem Betriebsprüfer??
Laut der Dame im Finanzamt sind die Formulierungen immer so schwammig, daß ein Prüfer in einem Fall so und im nächsten wieder anders entscheiden kann. Leider sitzen die Damen und Herren immer am längeren Hebel, oder?

Von: Kexel
Uhr

nochmals mein Hinweis:
Was steht zum Beispiel hierzu in Ihrem Arbeitsvertrag?

Alternativ zu einem dauerhaften Fahrtenbuch, sollten Sie es mit einem Fahrtenbuch über einen repräsentativen Zeitraum von mindestens drei Monaten versuchen, wird in anderen Fällen akzeptiert.

Ohne eigenen Fleiß leider keinen eigenen Steuervorteil.