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Priv. Kfz ust. zum Unternehmensvermögen

Von: Frank Schroeder • Veröffentlicht: 22. Februar 2017

FragenPriv. Kfz ust. zum Unternehmensvermögen

Uhr
Von: it4711
1 Antworten
Hallo,

ich habe im Netz mal wieder viele (Halb-)Wahrheiten gelesen, aber nichts, was so richtig passt. Daher würde ich mich über eine Antwort hier freuen – vielen Dank!

Ich nutze meinen Privat-PKW (9,5 Jahre alt) zu ca. 45% für mein nebenberufliches Gewerbe. Bisher habe ich einfach die 0,30 € / km als Betriebsausgabe für gewerblich veranlasste km in Abzug gebracht (und erfasse auch nur diese, d.h. kein vollständiges Fahrtenbuch).

Die Aufnahme des bisher privaten Kfz in das Betriebsvermögen erscheint mir aktuell zu aufwändig / nicht lukrativ.

Nun habe ich an div. Stellen gelesen, dass es wohl möglich sein soll, (bis zu?) 50% der USt. aller laufenden Kosten (Benzin, Reparaturen, Inspektion, …) ebenfalls in Abzug bringen zu können. Wenn ich es richtig sehe, sind Versicherungen hier uninteressant, da hier keine 19% USt. anfallen?!

Frage 1:
Stimmt das wirklich so und wenn ja, kann ich einfach 50% nehmen oder dürfen es nur 45% sein (da nur zu 45% betrieblich genutzt)?
Speziell wenn es nur 45% sind: wie buche ich das (da die 45% ja erst am Jahresende feststehen)?

Frage 2:
Was sind Konsequenzen beim Verkauf des Autos?
Kann ich das Auto einfach wieder aus dem Unternehmen “entnehmen” und dann privat verkaufen (da ich ja auch beim Kauf keine Ust. zurück bekommen hatte) oder kommt da dann noch etwas an USt. auf mich zu?

Frage 3:
Gibt es abgesehen vom Verkauf in Frage 2 noch andere Aspekte, bei denen das umsatzsteuerliche Einbringen “nachteilig” sein kann?

Vielen Dank und viele Grüße!

Von: TorstenMo
Uhr
Ich möchte versuchen zumindest einige Fragen zu beantworten, andere sind zu juristisch oder steuerlich befleckt, da verweise ich auf jeden Fall auf einen Anwalt oder Steuerberater.

Zunächst erscheint mir die Abrechnung der Fahrtkosten über die Reisekosten pauschaler als vernünftig. Sie macht nicht viel Arbeit und für trotzdem zu Betriebsausgaben, allerdings ist hier, wie Sie feststellen, kein Vorsteuerabzug möglich.

Diese Abrechnung des Kraftfahrzeugs, welches sich im Privatvermögen befindet, ist nur dann möglich, wenn sich das Auto wirklich im Privatvermögen befindet oder befinden muss. Das richtet sich nach der Größenordnung der privaten Nutzung.

Wann ist das Fahrzeug zwingend im Betriebsvermögen zu führen?
Wenn Sie das Fahrzeug weniger als zehn Prozent dienstlich nutzen, ist das Fahrzeug zwingend im Privatvermögen zu führen und somit nur über die Reisekostenabrechnung und der Kilometerpauschale von 30 Cent abzurechnen.

Wann haben Sie ein Wahlrecht?
Sofern Sie eine betriebliche Nutzung von maximal 50 Prozent, aber mindestens von zehn Prozent haben. Genau dann können Sie das Fahrzeug entweder im Privatvermögen oder aber Betriebsvermögen führen und somit auch die Abrechnungsmöglichkeiten variieren.

Entweder die pauschaler nach gefahrenen dienstlichen Kilometern oder die tatsächlichen Kosten des Fahrzeugs (dann auch mit Vorsteuerabzug). Im Letzteren Fall müssen Sie allerdings dem Finanzamt einer private Nutzung nach versteuern, genau das kann über die beiden Methoden ein Prozent Regelung oder Fahrtenbuchmethode erfolgen. Jede Methode hat für sich vor und Nachteile.

Wann müssen Sie das Fahrzeug im Betriebsvermögen führen?
Sofern das Fahrzeug mehr als 50 Prozent dienstlich genutzt wird, ist es zwingend im Betriebsvermögen zu führen und ihnen stehen nur die gerade beschriebenen Methoden der unentgeltlichen Nutzung zur Verfügung. Sie können also nur die tatsächlichen Kosten zum Einsatz bringen und müssen die private Nutzung zurückrechnen.

Diese ganzen Vorkehrungen sind nochmal im Lexikon unter https://www.betriebsausgabe.de/kfz-kosten-85.html zusammengefasst.

Fragt 2:

selbstverständlich können Sie das Auto auch wieder verkaufen, es sind nur einige Dinge zu beachten, wenn es sich im Betriebsvermögen befindet. Unter Umständen muss Umsatzsteuer beim betrieblichen Verkauf des Autos berechnet und abgeführt werden. Das kommt darauf an, zu welchen Bedingungen sie das Kfz ins Betriebsvermögen eingelegt haben.
Auf jeden Fall müssen sich jedoch das Fahrzeug aus ihrem Anlagevermögen buchen und es entsteht gegebenenfalls ein Buchgewinn oder Buchverlust durch den Verkauf, der letztlich wieder einkommensversteuert werden muss.

Bei der Frage nach der Umsatzsteuer beim Verkauf des Fahrzeugs verweise ich auf unseren Kooperationspartner http://www.frag-einen-anwalt.de/default.asp?von=beraterlate Dort können Sie gezielt und konkret diese Frage stellen. Eine rechtssichere und wasserdichte Antwort bekommen Sie, indem Sie einfach eine solche Frage ein paar Euro investieren. Das ist nicht zu viel verlangt.

Ich kann Ihnen nur wärmstens empfehlen, eine solche buchhalterische Aktion unter Begleitung eines Steuerberaters durchzuführen, denn nur der kann Ihnen Rechtssicherheit verschaffen und im Falle des Misslingens Haftung technisch geradestehen.

Frage3:
Sie Frage zwei, auch hier sollten Sie einen zugelassenen Steuerberater oder Fachanwalt für Steuerrecht befragen.

Sie haben eingangs schon sehr richtig festgestellt, dass im Netz sehr viele Wahrheiten oder Unwahrheiten oder Halbwahrheiten geschrieben werden. So muss ich auch mir eingestehen, dass ich nicht recht sicher Ihnen eine Antwort geben kann, da ich lediglich Diplom-Betriebswirt mit einem steuerlichen Schwerpunkt und einer Ausbildung als Steuerfachangestellter bin. Eine steuerrechtliche Beratung werden Sie von mir nie bekommen, daher verweise stets auf zulässige Kooperationspartner.

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