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privater, geliehener Pkw als Firmen-Pkw mit 78% Nutzung

Von: Frank Schroeder • Veröffentlicht: 22. Februar 2017

Fragenprivater, geliehener Pkw als Firmen-Pkw mit 78% Nutzung

Uhr
Von: delphinsnoopy
3 Antworten
Hallo zusammen,

ein etwas komplizierter Fall:

mein Mann ist selbstständig mit einem Kuriergewerbe.

Der genutzte Pkw wurde von einem Bekannten für uns gekauft,
uns zahlen diesen Pkw in monatlichen Raten, wie auch alle Reparaturen, Benzin usw.

Der Pkw wird zu fast 80% gewerblich genutzt…

Wir führen Fahrtenbuch
Frage 1 :
muss der Pkw bei 80 % Nutzung als Betriebsvermögen erfasst werden ?

Frage 2:

was können wir steuerlich absetzen ?
wirklich nur 0,30 Cent pro Kilometer und damit ist alles beglichen ?

Für Tipps wäre ich sehr dankbar !

LG

Von: Kexel
Uhr
Hallo,

delphinsnoopy wrote:
Der genutzte Pkw wurde von einem Bekannten für uns gekauft, uns zahlen diesen Pkw in monatlichen Raten …

Ihre Frage ist sprachlich unklar formuliert.

Wem gehört der PKW, wer ist Eigentümer- Ihr Bekannter oder Sie?
Wer ist im Fahrzeugbrief (Zulassungsbescheinigung Teil II) als Eigentümer eingetragen?
Auf wen läuft die Kfz-Versicherung?
Welches Vertragsverhältnis, wenn gegebenenfalls auch nur mündlich, besteht zwischen Ihrem Bekannten und Ihnen – Darlehensvertrag oder Fahrzeugüberlassungsvertrag (-mietvertrag)?

Zu Ihren Fragen:

Antwort 1:
Wenn der PKW Ihnen zuzurechnen ist – hängt von der Beantwortung der zuvorgestellten Fragen ab -, dann ist er zu 100 % als Betriebsvermögen zu erfassen.

Antwort:
Dies hängt wiederum von der Beantwortung der zuvorgestellten Fragen ab.
Aber im Normalfall können nur die tatsächlich angefallenen und nachgewiesenen Kosten als Betriebsausgaben angesetzt werden.
Der Privatanteil von 20 % ist als Betriebseinnahme gegenzurechnen.

Von: delphinsnoopy
Uhr
Hallo,

unser Bekannter ist Eigentümer und bleibt es auch bis wir den Pkw abgezahlt haben (das dauert noch)
Auch im Fahrzeugbrief steht unser Bekannter. Der Pkw wurde von unserem Bekannten durch Finanzierung eines Autohauses gekauft, da er ihn beruflich brauchte, nun hat er den Job verloren und benötigt ihn nicht mehr.
Die Finanzierung bei dem Autohaus läuft ja noch uns wir übernehmen die monatliche Rate.

Die Kfz Versicherung läuft auf meinen Mann und die zahlt er auch.

Sozusagen tragen wir alle Kosten ( Reparaturen, Versicherung etc.)

Es besteht nur eine mündliche Vereinbarung mit dem Bekannten, dass wir das Auto gewerblich. wie auch Privat nutzen können, da er es nicht mehr braucht.

Was wäre nun steuerlich für uns am günstigsten ?

Von: Kexel
Uhr

delphinsnoopy wrote:
Die Finanzierung bei dem Autohaus läuft ja noch uns wir übernehmen die monatliche Rate.

“uns”?
Ich gehe davon aus, dass Sie die monatliche Rate in voller Höhe übernehmen.
Damit liegt eine Vermietung des Pkw durch Ihren Bekannten an Sie bzw. Ihren Ehemann vor.

Die übernommenen Raten (= Mietraten für Sie) stellen als solche Betriebsausgaben dar.
Das Fahrzeug ist nicht bei Ihnen als Betriebsvermögen zu aktivieren und abzuschreiben, da Sie nicht Eigentümer sind oder zumindest das wirtschaftliche Eigentum innehaben.

Damit sind die Mietraten, Versicherung, Kfz-Steuer sowie alle laufenden Kosten bei Ihnen Betriebsausgaben.

Als Privatanteil sind – entsprechend Ihrem Fahrtenbuch – 20 % als Betriebseinnahme gegenzurechnen.

Ist Ihre Tätigkeit umsatzsteuerpflichtig, können Sie aus den monatlichen Mietraten keinen Vorsteuerabzug geltend machen, da die Vermietung durch Ihren Bekannten nicht umsatzsteuerpflichtig erfolgt.