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Sängerin Proberaum und weitere Ausgaben

Von: Frank Schroeder • Veröffentlicht: 22. Februar 2017

FragenSängerin Proberaum und weitere Ausgaben

Uhr
Von: Tamara
1 Antworten
Ich bin Angestellte und in der Freizeit als Backgroundsängerin in einer Band tätig.

Obwohl ich derzeit noch keine Gage erhalte:

– Kann ich Kosten für die wöchentliche Fahrt zum Proberaum als Betriebsausgaben (vorweggenommen) ansetzen? Und wenn ja als Entfernungspauschale zwischen Wohnung und Betriebsstätte oder die tatsächlich entstandenen Kosten (habe ein Jahresticket, sodass keine speziellen Fahrtkosten dadurch entstehen).

– Bei einem Auftritt entstehen auch Fahrten – wie sind diese zu handhaben?

– Ich zahle für den Proberaum mit und gebe das Geld dem Mieter (ein Mitglied der Band in bar) – kann ich es trotzdem als Betriebsausgabe geltend machen?

Herzlichen Dank für die Antwort!

Von: Kexel
Uhr
Hallo,

Tamara wrote:
Obwohl ich derzeit noch keine Gage erhalte …
Kann ich Kosten … als Betriebsausgaben (vorweggenommen) ansetzen?

Voraussetzung für einen Betriebsausgabenabzug ist der Zusammenhang mit einem Gewerbebetrieb oder einer freiberuflichen Tätigkeit.
Bei beiden ist Voraussetzung eine Gewinnerzielungsabsicht.
Da Sie keine Einnahmen (Gage) erhalten, kann folglich kein Gewinn erzielt werden, damit besteht auch keine Möglichkeit eines Betriebsausgabenabzugs.

Anders wäre es nur, wenn Sie plausibel darstellen könnten, dass diese Aufwendungen dazu dienen in absehbarer Zeit Einnahmen zu erzielen und sich so über mehrere Jahre zusammengerechnet ein sogenannter Totalgewinn ergibt.
Also einen vereinfachten Businessplan mit Ertragsplanung aufstellen und Nachweise für Bewerbungen, Kontaktgespräche, Anzeigen, sammeln.
Das Finanzamt wird aber -erfahrungsgemäß-, wenn die Anfangsverluste überhaupt anerkannt werden sollten, diese zunächst nur vorläufig anerkennen. Sollte sich später (nach durchschnittlich fünf Jahren) herausstellen, dass keine Gewinnerzielungsabsicht besteht, werden die Verluste der vergangenen Jahre rückwirkend gestrichen. Dies führt dann zu entsprechenden Steuernachzahlungen, die mit 6,0 % p. a. verzinst werden.