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Umsatzsteueranteil in Erstellungskosten des AZ

Von: Frank Schroeder • Veröffentlicht: 22. Februar 2017

FragenUmsatzsteueranteil in Erstellungskosten des AZ

Uhr
Von: Romanoir
2 Antworten
Guten Tag!

Ich bin freiberuflich selbständig und umsatzsteuerpflichtig/Vorsteuerabzugsberechtigt.

Im Jahr 2011 habe ich ein Haus gekauft und sanieren lassen. Die Sanierung hat seine Zeit gebraucht, so daß ich erst im Juli 2013 einziehen konnte. Ich nutze dort einen Büroraum, der 14% der Wohnfläche ausmacht.
Als Vorsteuerabzugsberechtigter möchte ich nun die in den Sanierungskosten ausgewiesene Ust wieder anteilig (also 14% davon) zurückholen. Die Sanierungskosten (Handwerkerrechnungen) sind zu unterschiedlichen Zeitpunkten in den Jahren 2012 und 2013 angefallen. Leider habe ich es die ganze Zeit versäumt den Vorsteuerabzug rechtzeitig (also in den jeweiligen monatlichen USt-Voranmeldungen) geltend zu machen.

Status Quo ist folgender:
-Für 2012 wurde Einkommensteuererklärung (samt EÜR) und Umsatzsteuer-Jahreserklärung längst abgegeben.
-Für 2013 sind diese gerade in Arbeit.

Meine Fragen wären:
1) Kann ich die Umsatzstuer für die in 2013 angefallenen Arbeiten (anteilig 14%) in der Umsatzsteuer-Jahreserklärung geltend machen. Dann stimmt zwar das Monatsdatum nicht aber wenigstens ist es im richtigen Jahr.

2) Sind die Umsatzsteueranteile der in 2012 gezahlten Rechnungen endgültig verloren weil ich es in der 2012er Erklärung verpennt habe oder gibt es eine Möglichkeit diese auch noch 2013 irgendwie zu holen. Evtl. weil man argumentieren könnte diese gehören – en bloc sozusagen – zu den Erstellungskosten des häuslichen Arbeitszimmers welches erst Juli 2013 bezugsfertig wurde?

Ich hoffe ich habe mein Problem halbwegs verständlich darlegen können.

Viele Grüße & vorraus vielen Dank für hilfreiche Kommentare,

Romanoir

Von: Kexel
Uhr
Hallo,

dies ist ein Sonderfall, den man ohne konkrete Daten über Art und Höhe der Aufwendungen nicht beantworten kann.

Nach Ihrer Schilderung spricht vieles dafür, dass die Vorsteuer in keinem Jahr abzugsfähig ist, da Sie nach dem Kauf, nicht bis 31. Mai des Folgejahres eine entsprechende Zuordnungsentscheidung getroffen haben – siehe unter anderem http://www.bundesfinanzministerium.de/Content/DE/Downloads/BMF_Schreiben/Steuerarten/Umsatzsteuer/Umsatzsteuer-Anwendungserlass/2014-01-02-zuordnung-zum-unternehmen-paragraf-15-UStG.pdf?__blob=publicationFile&v=1

Ich empfehle Ihnen den persönlichen Rat eines Steuerberaters einzuholen.

Von: Romanoir
Uhr
Guten Tag,

vielen Dank für den Hinweis auf das informative BMF Schreiben.

Nach dessen Lektüre sehe ich die konkrete Situation nun so:
(in Anlehnung an Bsp 2 S.17 in o.g. Schreiben)

Für die Jahre 2011 und 2012 habe ich es nunmal versäumt zu dokumentieren, daß ich das Gebäude zu 14% dem Unternehmen zuordnen möchte (weil kein Vorsteuerabzug geltend gemacht wurde der dies implizit dokumentiert hätte). D.h. die Ust in den Herstellungsvolumen der Jahre 2011 und 2012 können auch nicht mehr nachträglich geltend gemacht werden.
Aber: Wenn ich bis zum 31.Mai 2014 eine Ust-Erklärung für 2013 abgebe in der ich die UST aus dem Herstellungsvolumen von 2013 zu 14% geltend mache (oder dem FA explizit schreibe daß ich diese Zuordnung so möchte) wird damit eine Zuordnung für 2013 und die Folgejahre dokumentiert.

Kann man das so sagen ?

Daraus ergäbe sich eine weitere Frage, diesmal bzgl. der Aufwändungen für das Häusl. AZ:
In meinen bisherigen Berechungen habe ich für die Anschaffungskosten/Anschaffungsnahen Kosten stets die Netto-Beträge zugrundegelegt. Kann ich nun für die in 2012 entstandenen Anschaffungsnahen Kosten die Brutto-Beträge (incl. UST) heranziehen, da kein Vorsteuerabzug geltend gemacht wurde ?

Vielen Dank & Viele Grüße,

Romanoir