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Verzehr an Ort und Stelle

Von: Frank Schroeder • Veröffentlicht: 22. Februar 2017

FragenVerzehr an Ort und Stelle

Uhr
Von: Balaban1967
1 Antworten
Hallo,

neuerdings habe ich von einer Regelung gehört, wonach nur noch ein einheitlicher USt-Satz in Gastronomiebetrieben anzuwenden ist.

Ich habe seit 2 Jahren einen kleinen Lokal mit Straßenverkauf (Sitzmöglichkeit: 3 Tische). In meiner Buchhaltung habe ich die Tageseinnahmen anteilig mit 7% USt. (Mitnahme) bzw. 19% USt. (Verzehr an Ort und Stelle) gebucht. In meinem Fall überwog der Anteil (70:30) der mitgenommenen Speisen, Snacks usw.

Nach der neuen Regelung soll festgestellt werden, ob die Lieferung bzw. sonstige Leistung bei der Speisenabgabe überwiegend vorliegt. Je nachdem welche Voraussetzungen erfüllt sind, soll ein einheitlicher USt-Satz angewendet werden. D.h. keine anteilige Aufteilung der Tageseinnahmen mehr möglich!!!

Würde mich interessieren, ob ich diese Regelung richtig aufgefasst habe oder nicht. Ein Anruf beim Finanzamt würde vielleicht weiterhelfen, doch befürchte ich eine Nachschau bzw. Außenprüfung. Bis jetzt gab es keine Beanstandung seitens FA.

Vielen Dank im voraus
Balaban1967

Von: Kexel
Uhr
Hallo,

das Verhältnis bezieht sich nicht auf alle Umsätze, sondern auf den einzelnen Umsatz.

Nach der aktuellen Rechtsprechung des Bundesfinanzhof gilt (zurzeit) noch:

www.lbv-net.de wrote:
http://www.lbv-net.de/themen-und-termine/steuern-und-rechnungswesen/artikel/?article=164
Demnach liegt bei der Abgabe von Speisen an Imbissständen eine dem ermäßigten Steuersatz unterliegende Essenslieferung vor, wenn lediglich behelfsmäßige Vorrichtungen, wie Verkaufstresen und -theken sowie Ablagebretter vorhanden sind, die in erster Linie zum Verkauf von einfachen Speisen dienen. Zwar ermöglichen diese Vorrichtungen einer beschränkten Anzahl von Kunden den Verzehr an Ort und Stelle, dies erfolgt aber mit geringfügigem personellen Einsatz und ist daher für die Anwendung des ermäßigten Steuersatzes unschädlich.

Sobald der Imbissbetreiber seinen Kunden zusätzliches Mobiliar, wie zum Beispiel Tische und Stühle oder Bierzeltgarnituren bereitstellt, führt die Abgabe von Speisen und Getränken zum 19-prozentigen Steuersatz. Dies gilt jedoch nicht, wenn die Verzehrvorrichtungen einem Standnachbarn gehören, auch wenn diese im Interesse der Imbissbude zur Verfügung gestellt wurden.