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Garderobengebühren

Von: Frank Schroeder • Veröffentlicht: 15. Februar 2017

Generell lässt sich dazu sagen, dass Garderobegebühren im Rahmen der Bewirtungskosten abzugsfähig sind. Dazu müssen jedoch bestimmte Voraussetzungen gegeben sein.

Geschäftlich oder betrieblich bedingter Anlass

Es muss sich also entweder um ein Geschäftsessen handeln, bei dem Geschäfte besprochen oder Geschäftsbeziehungen angebahnt oder gepflegt werden, 
oder
es muss sich um eine betriebliche Veranstaltung mit Bewirtung der Arbeitnehmer handeln.

Beides wird steuerlich unterschiedlich behandelt, da die Bewirtungskosten für die Arbeitnehmer voll abzugsfähig sind, während die Bewirtungskosten für Geschäftspartner nur zu 70% abzugsfähig sind.

Kostenlose und kostenpflichtige Garderobe

Die einzige Möglichkeit, die Garderobe aufzuhängen, ist gebührenpflichtig. Gibt es die Möglichkeit, die Garderobe kostenlos aufzuhängen, dann wird die kostenpflichtige Garderobe als Privatvergnügen betrachtet.

Beleg, Quittung oder Rechnung, Umsatzsteuer

Wie bei allen Betriebsausgaben ist auch bei der Garderobegebühr ein Beleg nötig. Ohne Beleg gibt es keinen Abzug als Betriebsausgabe.
Bei der Bewirtung der Bewirtung aus geschäftlichem Anlass muss der Unternehmer neben dem Anlass der Bewirtung auch den Ort, den Tag und die Teilnehmer schriftlich festhalten. Zu diesen schriftlichen Angaben wird dann neben der Rechnung über den Verzehr auch der Beleg über die Garderobegebühren beigefügt.

Beispiel 1:

Ein Unternehmer trifft sich mit Geschäftsfreunden zum Essen. Er zahlt € 145,- für Speisen und Getränke, sowie € 5,- als Garderobegebühr, also insgesamt € 150,-.
Er erhält für alles ordnungsgemäße Rechnungen und kann 70% davon, also insgesamt € 105,- als abzugsfähige Betriebsausgabe ansetzen. Dabei ist zu beachten, dass zwar nur 70% des Nettobetrags als Betriebsausgabe abzugsfähig sind, die Vorsteuer jedoch aus dem vollen Betrag geltend gemacht wird. In der Buchhaltung wird die Garderobegebühr zusammen mit den anderen Bewirtungskosten gebucht.

Beispiel 2:

Ein Unternehmer veranstaltet eine Betriebsfeier mit seinen 20 Arbeitnehmern in einem Restaurant, wo es neben der Möglichkeit, seine Garderobe kostenlos aufzuhängen, auch eine gebührenpflichtige Garderobe gibt. Der Unternehmer entscheidet sich, seinen Kaschmirmantel bei der gebührenpflichtigen Garderobe abzugeben. Er zahlt € 1.500,- für Speisen und Getränke und € 5,- als Garderobegebühr und bekommt für alles ordnungsgemäße Rechnungen.
In diesem Fall sind die € 1.500,- für Speisen und Getränke zu 100% abzugsfähig, die Garderobegebühr jedoch ist seine Privatangelegenheit, da es auch die Möglichkeit gab, die Garderobe kostenlos aufzuhängen.


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