Eigenverbrauch

Wenn man als Unternehmer aus der Firma für private Zwecke Gegenstände oder Leistungen entnimmt, dann muss man dafür Steuern bezahlen. Denn ein Unternehmer soll nicht besser gestellt werden als ein Nichtunternehmer.

Im ertragsteuerlichen Sinne (Einkommen-, Gewerbe- und Körperschaftsteuer) werden solche Entnahmen als Eigenverbrauch bezeichnet und erhöhen im Ergebnis den Gewinn. Bei der Umsatzsteuer spricht man hingegen von unentgeltlichen Wertabgaben, mit denen der Vorsteuerabzug für die entnommenen Gegenstände oder Leistungen wieder rückgängig gemacht wird. Es gibt unzählige Sachverhalte, die steuerlich einen Eigenverbrauch darstellen. Ein klassischer Fall liegt beispielsweise vor, wenn man einen Firmenwagen auch für Privatfahrten oder für die Fahrt zum Arbeitsplatz benutzt. In vielen Branchen - etwa im Lebensmittelhandel oder in der Gastronomie ist es gängige Praxis, dass der Unternehmer etwas für sich und seine Familie entnimmt. Ein Eigenverbrauch läge aber auch dann vor, wenn man betriebliche Telefone privat nutzt oder die Reinigungskraft einmal die Woche auch gleich das Wohnhaus des Unternehmers mitputzt. Die betragsmäßige Bewertung des Eigenverbrauchs erfolgt grundsätzlich mit dem Einkaufspreis zuzüglich eventueller Nebenkosten (z. B. Versandkosten). Für bestimmte Branchen mit häufigen Privatentnahmen - beispielsweise Gaststätten, Metzgereien oder Bäckereien - gibt die Finanzverwaltung in regelmäßigen Abständen amtliche Pauschalbeträge heraus, die man auf der Seite des Bundesfinanzministeriums einsehen kann. Diese Pauschalen beruhen auf Erfahrungswerten und sollen Unternehmen lästige Einzelaufzeichnungen ersparen. Daneben sieht der Gesetzgeber auch besondere Bewertungsmethoden vor - etwa die 1%-Regel bei privater Firmenwagennutzung, bei der man den Listenpreis als Bemessungsgrundlage heranzieht.

Eigenverbrauch unterliegt nicht in jedem Fall der Umsatzsteuerpflicht

Umsatzsteuer auf Entnahmen wird nicht in jedem Fall fällig, sondern nur dann, wenn man vorher den Vorsteuerabzug genutzt hat. Wurde also überhaupt keine Umsatzsteuer bezahlt - etwa bei umsatzsteuerfreien Umsätzen oder Käufen von Kleinunternehmern - oder war man selbst nicht vorsteuerabzugsberechtigt, so ist auch eine spätere Entnahme umsatzsteuerfrei.

Vorsicht bei Arbeitnehmern

Wenn Mitarbeiter bestimmte Sachbezüge (z. B. Firmenwagen, kostenlose Verpflegung) bekommen, die mehr als eine kleine Aufmerksamkeit darstellen, so wird ebenfalls Umsatzsteuer fällig. Zudem führen diese unter Umständen zu steuerpflichtigem Arbeitslohn, der auch als geldwerter Vorteil bezeichnet wird. In manchen Fällen kann man als Arbeitgeber aber auch eine pauschale Steuer dafür übernehmen, falls man seine Mitarbeiter nicht belasten will.